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Selbermachen ist in. Do it yourself oder kurz DIY erfreut sich zunehmender Beliebtheit – und das in ganz vielen Bereichen. Sogar Strom produzieren immer mehr Menschen selbst.

Für den einen ist DIY die kreative Gestaltung der eigenen vier Wände. Wie zum Beispiel Möbel Marke Eigenbau. Im Internet finden sich zahllose Bauanleitungen, wie beispielsweise aus Europaletten ein schickes  Möbelstück werden kann. Für den anderen ist es das Wiederbeleben althergebrachter Methoden zur Lebensmittelherstellung. Selbst gemachte Konfitüren sind  beliebt. Über Plattformen wie «Pinterest» tauschen mittlerweile weltweit Millionen Nutzer ihre kreativen Ideen aus. Magazine wie die Schweizer «LandLiebe» oder die deutsche «Landlust» zählen zu den meistverkauften Zeitschriften.

Bewusster Umgang mit den Ressourcen

Antrieb ist laut Trendforschern zum einen der Wunsch nach Selbstverwirklichung und persönlicher Inszenierung, zum anderen aber auch ein Abwenden von der Wegwerfgesellschaft und ein bewusster Umgang mit den Ressourcen. So bevorzugen immer mehr Menschen Obst und Gemüse vom benachbarten Bauern oder vom heimischen Balkon. Ob Baumarkt oder Möbelhäuser – vermehrt werden Gewächshäuser und Hochbeete angeboten.

Der Schrebergarten des 21. Jahrhunderts ist dabei das Urban Gardening oder Farming. Vermehrt schliessen sich Nachbarn zusammen und machen Dächer und Hinterhöfe zu Anbauflächen. «Vorreiter sind die USA mit ihren Megacities», erläutert Alex Mathis, Dozent am ZHAW Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen. «Mit dem Wachstum der Schweizer Städte und Agglomerationen nimmt aber auch hierzulande das Interesse zu.» Beispiele sind der Verein gartenstadtgärten in Winterthur, der Verein Stadiongarten in Zürich oder die Gemüseanbau-Initiative radiesli im Raum Bern. Die DIY-Kultur beschränkt sich jedoch nicht auf Haushalt und Garten. Technikfans nutzen zum Beispiel 3D-Drucker für eigene Kreationen und immer mehr Menschen entscheiden sich auch im Bereich Energie für Selbstversorgung. Dank sinkender Preise für Solaranlagen und neuer Speichertechnologien wird es immer attraktiver, Strom und Warmwasser auf dem eigenen Hausdach zu produzieren. Die meisten nutzen den Strom nicht nur für den Eigenbedarf, sondern speisen auch ins Netz ein. Damit werden sie zu Prosumern, also Stromkonsumenten, die gleichzeitig selbst elektrische Energie produzieren. Wer zudem ein Elektroauto sein Eigen nennt, kann überschüssigen Strom direkt in der Autobatterie speichern.

Sonnenstrom selbst gewinnen

Solar ist mit Abstand die verbreitetste Form der privaten Stromproduktion. Gemäss dem Branchenverband Swissolar wird Solarstrom 2016 zur wichtigsten  erneuerbaren Stromquelle der Schweiz nach der  Wasserkraft werden. Das Bundesamt für Energie  erarbeitet aktuell gemeinsam mit dem Bundesamt für Landestopografie (swisstopo) und dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz  einen Solarkataster für alle Hausdächer in der Schweiz, der unter www.sonnendach.ch aufrufbar ist. So kann jeder herausfinden, ob sein Dach geeignet ist. Die Hälfte des Gebäudebestands ist bereits erfasst; bis Anfang 2018 sollen alle Hausdächer der Schweiz verfügbar sein. Auch der Kanton Schaffhausen bietet unter www.gis.sh.ch ein Online-Tool mit Solarkataster an.

Neben der Sonne lässt sich elektrische Energie auch mit Wasser, Wind oder Biomasse erzeugen, was bisher jedoch nur wenige Privatleute tun, da die technische Umsetzung komplizierter und kostenintensiver ist. Wer keine eigene Anlage installieren kann oder möchte, kann sich alternativ mit Strom aus der Nachbarschaft versorgen. Über die Naturstrombörse bieten Schaffhauser Produzenten ihren Strom an.

Strom für alle Fälle

Ganz ohne die Energieversorgungsunternehmen (EVU) kommen übrigens selbst die Prosumer nicht aus. Denn die EVUs sind zum einen für die Netzinfrastruktur zuständig, in die der Strom eingespeist wird. Zum anderen sorgen sie für eine zuverlässige Stromversorgung auch zu den Zeiten, wenn die Sonne nicht scheint.

Inken De Wit

EKS Expertenrat:

Sonnenstrom optimal nutzen

EKS Sun Control hilft, Ihren Verbrauch so zu optimieren,  dass Sie Ihre selbst erzeugte Energie auch selbst nutzen. Durch  den sogenannten Eigenverbrauch fallen keine Steuern, Abgaben oder Umlagen an. Auch die Kosten für Netznutzung können eingespart werden. Darum ist die selbst produzierte Energie günstiger als eingekaufte.

Erfahren Sie mehr unter:
www.eks.ch/suncontrol

Weiterführende Links

Schaffhauser Naturstrom
eks.naturstromboerse.ch

Solarpotenzialanalyse
www.sonnendach.ch

Kanton Schaffhausen
(Karten zur Energiethemen)
gis.sh.ch

Pinterest
www.pinterest.com

Verein gartenstadtgärten
www.gartenstadtgaerten.ch

Verein Stadiongarten
www.stadiongarten.ch

radiesli-Initiativgruppe
www.radiesli.org

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