Bild: iStock, pierluigipalazzi
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Klimaanlage, Luftbefeuchter, Schadstofffilter, Heimat für Vögel und Insekten – begrünte Fassaden oder Dächer und vertikale Gärten erfüllen viele Funktionen. Schön anzusehen sind sie obendrein.

Grüne Oasen werden aufgrund der durch den Klimawandel steigenden Temperaturen vor allem in Städten immer wichtiger. Eine einzelne grüne Fassade kann zwar nur die Temperatur im Gebäude selbst senken, doch eine Vielzahl aus grünen Flecken – von Dachbegrünungen über Parkanlagen und Bepflanzung am Strassenrand bis hin zu vertikalen Gärten und Fassadengrün – tut dem gesamten urbanen Klima gut. Während Beton und Asphalt die Hitze speichern und die Städte immer heisser werden lassen, filtern Pflanzen Staub und Schadstoffe, verdunsten kühlende Feuchtigkeit und bieten wertvollen Insekten und Vögeln einen Lebensraum. Wärmebilder zeigen, dass begrünte Fassaden bis zu 15 Grad kühler sind als ihre Umgebung.

Architekten, Forschende und die Städte selbst setzen daher vermehrt auf begrünte Bauten. Bekanntestes Beispiel sind die Mailänder «Bosco Verticale» – die Zwillingstürme von Architekt Stefano Boeri. Auch in der Schweiz steht zum Beispiel auf dem Suurstoffi-Areal in Risch-Rotkreuz mit dem Gartenhochhaus «Aglaya» ein weithin sichtbarer vertikaler Garten und auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) oder auf dem Hunziker Areal in Zürich ranken sich Pflanzen die begrünten Fassaden hoch.Schon mit relativ wenig Aufwand sind grüne Fassaden bei fast jedem Haus möglich. Am einfachsten ist es, rund ums Gebäude Kletterpflanzen zu verteilen. Diese schaden auch nicht, wie oft befürchtet, der Wand. «Man muss nur darauf achten, die Pflanzen je nach Wandbeschaffenheit und Standort auszuwählen», sagt Evelyn Trachsel. Sie erforscht an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) die Verwendung von Pflanzen. Neben selbstklimmenden Pflanzen wie Efeu gebe es zum Beispiel auch Gerüstkletterpflanzen wie Clematis, Geissblatt oder Hopfen. Für städtische Standorte mit Sonne empfiehlt sie zudem diverse Rosen oder den japanischen Kokkelstrauch, im Halbschatten wachsen hingegen besser die Kleeblättrige Akebie oder die Scheinrebe.

Grünes Schaffhausen

Wie wichtig Grünraum fürs Stadtklima ist, zeigt auch das von der Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter 2017 ins Leben gerufene Label «Grünstadt Schweiz». Schaffhausen zählt zu den ersten Städten, die damit ausgezeichnet wurden. «Seit Jahrzehnten legen wir Wert auf öffentliches Grün und naturnahe Flächen», sagt Felix Guhl, Bereichsleiter Grün Schaffhausen. Ob begrünte Dächer bei den Schulhäusern, Grünanlagen wie das «Lindli» am Rhein und der «Dreispitz» in Herblingen oder die Auflagen für Neubauten, bei denen das Grün der Umgebung bei der Planung berücksichtigt werden muss – Schaffhausen möchte Natur und Stadt verbinden.
(idw)

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