EKS ON!
(Kommentare: 0)

Vom Mühlrad zur Solaranlage

Die Geschichte der Stromerzeugung beginnt bereits in der Antike. Die ersten Kraftwerke, wie wir sie heute kennen, entstanden jedoch erst im 19. Jahrhundert. Mit dem technischen Fortschritt wurden Wasser-, Wind- undKernkraftanlagen errichtet, die zentral für die Stromproduktion zuständig waren. Heute geht der Trend (wieder) in Richtung Dezentralität: Private Solaranlagen erzeugen Strom fuür den Eigenbedarf. Und die technischen Zukunftsaussichten sind in jeder Hinsicht spannend.

600 v. Chr.

Der griechische Philosoph und Mathematiker Thales von Milet entdeckt, dass durch Reibung Tierfell an Bernstein haften bleibt: der Ursprung der Elektrizität.

3. Jh. v. Chr.

In China gibt es erste Mühlen mit Wasserkraftantrieb. Auch die Ägypter, Perser und später die Griechen und Römer verwenden
Wassermühlen.

12. Jh.

Windmühlen in Europa werden als Auftriebsläufer mit horizontal liegender Rotordrehachse gebaut – bis heute das grundlegende Prinzip von Windkraftanlagen.

1767

Der englische Bauingenieur John Smeaton stellt das erste Wasserrad aus Gusseisen her. Dies gilt als massgebend für die heutige Energiegewinnung aus Wasserkraft.

1882

Erste Kraftwerke entstehen, die mit Wasserturbinen oder Dampfmaschinen betrieben werden. Dampfturbinen dienen bis heute zur Stromerzeugung.

1887/88

Der Amerikaner Charles Francis Brush baut eine Windkraftanlage, die er zur Versorgung seines Hauses mit elektrischer Energie aus einem Batteriespeicher benutzt.

Ende des 19. Jh.

Zur besseren Versorgung mit Strom gibt es verstärkt Versuche mit Windenergie. Da Windmühlen noch sehr verbreitet sind, entsteht die Idee, diese zum Betrieb eines Dynamos umzurüsten.

Ab 1900

In der Schweiz entstehen Kantonswerke, so zum Beispiel 1908 das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen.

1908

Die Schweiz führt den gleichzeitigen Betrieb von Lauf und Speicherkraftwerken ein.

1909

Inbetriebnahme der ersten 100-Kilovolt-Freileitung der Welt in Amerika.

Nach 1945

Um den steigenden Energiebedarf nach dem 2. Weltkrieg zu decken, werden in der Schweiz eine Vielzahl neuer Wasserkraftwerke gebaut.

1953

In New Jersey werden kleine kristalline Silizium-Solarzellen mit Wirkungsgraden von 4 Prozent produziert. Die erste technische
Anwendung kommt 1955 bei der Stromversorgung von Telefonverstärkern zum Einsatz.

1954

Das erste Kernkraftwerk der Welt geht im russischen Obrinsk mit 5 Megawatt in Betrieb.

1957

Der Windkraft-Pionier Ulrich W. Hütter errichtet auf der Schwäbischen Alb das Urmodell moderner Windkraftanlagen: Es hat eine Leistung von 100 Kilowatt, die Rotordurchmesser betragen 34 Meter.

1958

Der US-Satellit Vanguard I fliegt mit Batterie und Solarzellen zum Betrieb eines Senders an Bord ins All – der Grundstein für die erste sinnvolle Verwendung der bis dahin noch fast unbekannten und teuren Solarzellen.

1969

Das erste Atomkraftwerk der Schweiz, Beznau, entsteht im Kanton Aargau. Es ist eines der weltweit ältesten Kraftwerke.

1981

Die ersten europäischen Sonnenkraftwerke auf Sizilien und bei Almeria in Spanien sind fertiggestellt.

1992

Europas grösstes Kraftwerk zur direkten Umwandlung des Sonnenlichts in Strom steht in der Schweiz auf dem Mont Soleil. Es leistet maximal 500 Kilowatt.

Ab2013

Immer mehr Hersteller bieten Stromspeicher an, mit denen Hauseigentümer mit eigener Solaranlage ihren Eigenverbrauch erhöhen können.

2015

Die Test-Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald geht in Betrieb. Wissenschaftler erforschen hier die kommerzielle Erzeugung von elektrischer Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen.

2016

Rund 59 000 Solaranlagen in der Schweiz (ohne Kleinstanlagen) erzeugen jährlich 1 580 GWh Strom. Dies entspricht dem Verbrauch von rund 400 000 Haushalten à 4 000 kWh.

Zukunft

Im Smart Home der Zukunft sind alle Geräte und Energieverbraucher miteinander vernetzt. Wesentlicher Bestandteil ist die dezentrale Energieversorgung mittels Solaranlage und Speicher, die es ermöglichen, komplett unabhängig vom Stromnetz zu sein.

4/5 Sterne (1 Stimme)

Zurück

Einen Kommentar schreiben