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Die Schweiz ist ein Erdbebenland. Im Schnitt wackelt der Boden dreimal am Tag. Doch welche Regionen sind besonders betroffen? Wir haben beim Schweizer Erdbebendienst nachgefragt. Auch die EKS ist auf Erdbeben vorbereitet.

2019 bebte am Bodensee mehrfach die Erde. Das stärkste Beben erreichte dabei eine Stärke von 3,7. Das Epizentrum lag auf der Halbinsel Bodanrück etwa zehn Kilometer nordwestlich von Konstanz. «Es handelt sich um das stärkste bisher aufgezeichnete Erdbeben auf der Halbinsel», erklärt Michèle Marti, Leiterin Kommunikation beim Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zuürich. Der SED ist zuständig für die Überwachung und Warnung vor Erdbeben und verfügt über ein Netzwerk von mehr als 200 Seismometern in der Schweiz und im nahen benachbarten Ausland. An sich sei das Erdbeben am Bodensee, so die SED-Expertin, nichts Aussergewöhnliches. Jährlich bebt es in der Schweiz 1 000 bis 1 500 Mal. Allerdings werden meist nur zehn bis 20 Beben von der Bevölkerung wahrgenommen, da viele unter 2,5 liegen. Nur alle 50 bis 150 Jahre sei mit einem Beben von einer Stärke (Magnitude) über 6 zu rechnen. Das letzte dieser Stärke ereignete sich 1946 bei Sierre im Wallis.

Gefährdete Gebiete

Schon über 660 Jahre liegt das schwerste Schweizer Erdbeben mit einer Magnitude von 6,6 zurück. Damals, im Jahr 1356, bebte die Erde bei Basel und liess zahlreiche Häuser einstürzen. Ursache des Bebens war der Rheingraben, dessen südliches Ende in der Region liegt. Die Gegend um Basel zählt neben dem Wallis, dem Bündnerland, der Zentralschweiz und dem St. Galler Rheintal zu den besonders gefährdeten Gebieten. «Regionen ohne Erdbebengefährdung gibt es in der Schweiz nicht», sagt Marti. Grundsätzlich gelte, je weicher der Untergrund ist, desto mehr werden Erdbebenwellen verstärkt und desto stärker schüttele es an diesem Ort.

Was tun bei Erdbeben?

Wankt und wackelt der Boden, empfiehlt der SED, unter stabilen Tischen Schutz vor herabstürzenden Gegenständen zu suchen. «Wer sich im Freien befindet, sollte sich von Gebäuden, Bäumen oder Strommasten fernhalten», erläutert Marti. «Autofahrer bleiben besser im Fahrzeug und sollten Brücken oder Bauten am Strassenrand meiden.» Um auf Erdbeben vorbereitet zu sein, hält man zuhause am besten eine Taschenlampe, ein batteriebetriebenes Radio und Bargeld bereit. Denn nach einem schweren Beben kann es zu Stromausfällen kommen. Auch EKS hat Vorkehrungen gegen Erdbeben getroffen. «Aktuell verbessern wir die Standfestigkeit der Trafozellen in den Unterwerken Neuhausen, Wilchingen und Rafz», erklärt Markus Niedrist, Leiter Netz. «Die Steuerschränke in den Unterwerken sind bereits heute erdbebensicher fixiert, um zu verhindern, dass elektrische Relais ungewollt ausgelöst werden.»

Zahlen:


1 000 bis 1 500

Erdbeben pro Jahr


23 Beben mit 2,5

oder grösser pro Jahr


3 bis 4 Beben

pro Tag


1356

ereignet sich bei Basel mit 6,6 das schwerste Erdbeben

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