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Im Hochsommer blitzt und donnert es besonders häufig. Durch die starke Sonneneinstrahlung verdunstet Wasser, steigt nach oben in kalte Luftschichten und lässt Gewitterwolken entstehen. Die Spannung zwischen Kalt und Warm entlädt sich in zuckenden Blitzen.

Rund 300'000 bis 450'000 Mal blitzt es jedes Jahr am Schweizer Himmel, alle Haupt- und Nebenblitze mitgezählt. Blitzeinschläge werden etwa 150'000 pro Jahr verzeichnet. Spitzenreiter ist laut Meteo Schweiz das Tessin. Mit jährlich über drei Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer entladen sich die Gewitter hier doppelt so oft wie im Mittelland. Einzig in die Grat- und Gipfellagen schlagen Blitze ähnlich häufig ein. Wer im Freien von Blitz und Donner überrascht wird, sollte nicht den höchsten Punkt im Gelände bilden: Mit geschlossenen Füssen hinhocken und die Knie mit beiden Armen umfassen.

Gefahr aus der Höhe

Unwetter mit Blitz und Donner setzen ungeheure Kräfte frei, die für Menschen lebensbedrohlich sind. «Nicht der Energieinhalt von Blitzen ist spektakulär, sondern ihre Leistung, das heisst die Energie dividiert durch die Dauer des Blitzes», erläutert Stephan Bader, Klimatologe bei Meteo Schweiz. Innerhalb von Mikro- bis Millisekunden treten Spannungsdifferenzen von einigen hundert Millionen Volt bei Stromstärken bis zu 100'000 Ampère auf. «Weltweit müssten alle Kernkraftwerke arbeiten, um die Leistung  eines mittleren  Blitzes  bereitzustellen.»

3,7 Minuten ohne Strom

«Um Hochspannungsfreileitungen zu schützen, wird am höchsten Punkt ein Erdseil mitgeführt und die Masten selbst sind geerdet», berichtet Markus Niedrist, Leiter Netz bei EKS. Dadurch wird der Blitz bei einem Einschlag abgeleitet. Dies schützt zwar gegen die Zerstörung von Armaturen und Anlagen bei Blitzeinschlag, aber nicht gegen umstürzende Bäume oder herabbrechende Äste. «Trotz aller Massnahmen fällt der Strom bei unseren Kunden durch sogenannte atmosphärische Einflüsse im Durchschnitt jährlich 3,7 Minuten pro Haushalt aus.» Damit liegt EKS unter dem von der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (El-Com) ermittelten Durchschnitt von vier Minuten. Damit PC, Fernseher und Haushaltsgeräte bei einem Blitzschlag keinen Schaden nehmen, empfiehlt der EKS Experte Steckerleisten mit Überspannungsschutz sowie den Einbau eines Überspannungsableiters in den Verteilkasten. «Wer 100 Prozent sichergehen möchte, muss seine Geräte bei Gewitter ausstecken.»

(idw)

Bis zu 150000 Blitzeinschläge
pro Jahr in der Schweiz
 

Im Tessin
blitzt es am häufigsten
 

Bis zu 100000 Ampère
Stromstärke pro Blitz
 

1 bis 2km lang
ist ein Blitz im Schnitt
 

30000 Grad Celsius
heiss wird es im Blitzkanal

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