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Beim Projekt «Source to Sea» erkunden Schülerinnen und Schüler aus Neunkirch den Rhein von der Quelle bis zur Mündung. Das sportliche Gemeinschaftserlebnis gewährt ihnen neue Einblicke in die Bedeutung des Wassers und der Natur für unser Leben und macht den Begriff Nachhaltigkeit fassbar.

Sie haben sich viel vorgenommen. Zwei Oberstufenklassen der Schule Neunkirch wollen den Rhein von der Quelle bis zur Mündung im wahrsten Sinne des Wortes erwandern und erfahren. Das sind 1230 Kilometer, die sie in vier Etappen bewältigen. Ein aussergewöhnliches Projekt, das es so noch nie an einer Schule im Kanton Schaffhausen gab.

Dabei liegt die Idee zu dem Projekt eigentlich auf der Hand. «Schaffhausen liegt am Rhein, unser Trinkwasser stammt aus und unser geklärtes Abwasser fliesst in den Rhein, und der Rhein liefert auch einen Grossteil -unserer elektrischen Energie», beschreibt Rico Diethelm, Oberstufenlehrer in Neunkirch, die zentrale Bedeutung des Flusses für die gesamte Region. Mit dem Schulprojekt möchte Diethelm gemeinsam mit seinen Kollegen Beat De Ventura, Kerstin Hänseler und Susanne Oettli den Schülerinnen und Schülern neben dem Gemeinschafts- und Naturerlebnis vor allem einen rücksichtsvolleren und nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen vermitteln.

Zu Fuss bis zur Quelle des Rheins

Begonnen hat das Projekt vor fast zwei Jahren im September 2018. Vier Tage lang wanderten die 30 Schülerinnen und Schüler der 1. Oberstufenklasse (Sek und Real) die ersten 75 Kilometer von der Rheinquelle bis nach Reichenau. «Wir sind zunächst mit dem Zug bis zum Oberalppass auf 2044 m gefahren und dann zum Tomasee, der Quelle des Rheins, auf 2345 m aufgestiegen», erzählt Diethelm. Nach einer Nacht in der Maighelshütte ging es am folgenden Tag bis nach Disentis (1130 m ü. M.). Am dritten Tag wanderten die Schülerinnen und Schüler weiter bis nach Ilanz. «Den Abschluss der ersten Etappe machte eine Wanderung durch die spektakuläre Rheinschlucht», so Diethelm.

Ein Jahr später machten sich die Schülerinnen und Schüler, die inzwischen die 2. Oberstufe besuchten, an die Fortsetzung der Tour. Mit dem Velo ging es innerhalb von vier Tagen von Reichenau vorbei am Bodensee bis nach Neunkirch. «Auf dieser rund 220 Kilometer langen Strecke haben wir vor allem gelernt, dass mehr möglich ist, als man denkt», sagt Diethelm. Das ganze Gepäck inklusive Camping- und Kochausrüstung wurde mitgeführt, und mit viel Durchhaltevermögen und Teamgeist kamen alle am Ziel an. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die 3. Etappe. Los geht es Ende August. «Unter Anleitung eines professionellen Anbieters von Kanutouren werden wir in Viererkanus von Neuhausen nach Basel paddeln», berichtet Diethelm.

Bis zur Meeresmündung

Die Rheinmündung werden die Schülerinnen und Schüler im Frühling 2021 vor Abschluss der Oberstufe erreichen. Fast 1000 Kilometer erwarten sie dann. In 14 Tagen soll es mit dem Velo von Basel bis zum Rotterdamer Stadtteil Hoek van Holland am Atlantik gehen. «Dieser Teil ist freiwillig, zumal die Schülerinnen und Schüler eine Woche Ferien für die Tour ‹opfern› müssen», sagt Diethelm. Alternativ können die Oberstufenschüler auch ein eigenes Projekt zum Thema Rhein und /oder Wasser im Frühjahr 2021 erarbeiten. «Ich hoffe aber, dass alle dabei sein werden und wir gemeinsam an der Mündung ankommen.»

Kimi, 2. Real

Kimi, 2. Real

Kimi, 2. Real

Wie gefällt dir das Rhein-Projekt?
Mir gefällt das Projekt sehr gut, weil wir die gesamte Strecke in mehreren Etappen machen und dabei verschiedene Fortbewegungsmittel brauchen. Der Zusammenhalt in der Klasse wird durch dieses Projekt sehr gestärkt.

Was hat dich bei den beiden Etappen bisher am meisten beeindruckt?
Die Landschaft und wie der Rhein immer grösser wird. Und dass unsere beiden Klassen das gemeinsam geschafft haben. Auch hatten wir bei jedem Etappenziel immer sehr gutes Essen.

Was hast du Neues über die Themen Nachhaltigkeit und Natur gelernt?
Die eigenen Energiereserven sind erst aufgebraucht, wenn man nicht mehr sprechen kann. Nachhaltigkeit ist wichtig, um die Natur gesund zu erhalten. Die Wasserkraft erneuert sich (im Moment noch) immer wieder von selbst.

Hast du im Alltag durch das Rhein-Projekt etwas verändert? Nimmst du gewisse Dinge bewusster war?
Ich schätze es sehr, dass ich zu Hause ein warmes Bett habe und warm duschen kann.

Wo achtest du persönlich bewusst auf mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Ich bin ein begeisterter Biker und gehe deshalb immer mit dem Velo zur Schule. Zum Sport nehme ich immer eine wiederverwendbare Flasche mit. Zum Einseifen unter der Dusche stelle ich seit jeher das Wasser ab. Gross geändert hat sich aber nichts.

Nerea, 2. Sek

Nerea, 2. Sek

Nerea, 2. Sek

Wie gefällt dir das Rhein-Projekt?
Für mich ist das eine einmalige Erfahrung. Es ist spannend den Rhein zu Fuss, mit dem Fahrrad oder auf dem Wasser zu erkunden. Diese Erfahrung dann noch mit meinen Klassenkameraden teilen zu dürfen, bereitet mir grosse Freude.

Was hat dich bei den beiden Etappen bisher am meisten beeindruckt?
Mich hat es sehr beeindruckt, wie man so leckere Mahlzeiten inklusive Dessert transportieren und in der Campingküche zubereiten kann. Für mich ist aber mit grossem Abstand die schöne Natur der Höhenpunkt dieser Reise.

Was hast du Neues über die Themen Nachhaltigkeit und Natur gelernt?
Bei den Etappen habe ich zu spüren bekommen, wie wichtig es ist, sich seine Energie einzuteilen und nicht für Sinnloses aufzubrauchen. Wenn man das nicht macht, dann ist man abends fix und fertig.

Hast du im Alltag durch das Rhein-Projekt etwas verändert? Nimmst du gewisse Dinge bewusster war?
Ja, es hat sich etwas verändert. Ich gehe zum Beispiel bewusster mit meinen Waschutensilien um. Da wir in dieser Zeit nicht viel Platz hatten, mussten wir lernen, sparsam mit Essen, Shampoo und Pflegeprodukten umzugehen. Seither benutze ich in der Dusche viel bewusster das Shampoo usw..

Wo achtest du persönlich bewusst auf mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Seither verlasse ich in der Natur keinen Platz ohne einen Kontrollblick, ob ich Abfall liegen gelassen habe. Falls doch, hebe ich es auf und entsorge alles im nächsten Abfalleimer. Ich bin auch bereit, Abfall von anderen Mitmenschen zu entsorgen. Meine Sichtweise hat sich zum Positiven verändert.

Pascal, 2.Sek

Pascal, 2.Sek

Pascal, 2.Sek

Wie gefällt dir das Rhein-Projekt?
Das Projekt gefällt mir sehr gut, und ich werde es immer mit meiner Sekundarschulzeit verbinden. Mich hat der Ursprung des Rheins mit dem Flusslauf sehr beeindruckt. Vor allem freue ich mich auf das Kanufahren, da ich das noch nie gemacht habe.

Was hat dich bei den beiden Etappen bisher am meisten beeindruckt?
Mit dem Velo waren wir sehr schnell unterwegs. Ich hätte nie gedacht, dass wir in so kurzer Zeit eine so lange Strecke am Rhein mit unserer Klasse schaffen. Die Mahlzeiten fand ich auch immer sehr fein, obwohl wir alles selbst kochen mussten.

Was hast du Neues über die Themen Nachhaltigkeit und Natur gelernt?
Dass ich mehr mit dem Velo unterwegs bin und das Töffli auch einmal zu Hause lasse. Wenn ich in der Natur unterwegs bin, mache ich mir mehr Gedanken über die Nachhaltigkeit und Ressourcen unserer Erde. Und wenn ich auf der Strasse den Rhein entlangfahre, denke ich immer: wow, das fuhren wir mit den Velos und habe sehr tolle Erinnerungen – ich bin stolz auf uns.

Wo achtest du persönlich bewusst auf mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Ich achte darauf, dass ich fast keine PET-Flaschen benütze. Getränke für die Schule und den Sport fülle ich in wiederverwendbare Flaschen ab. Da ich «Hahnenwasser» trinke, geht das optimal. Wenn ich aus einer PET-Flasche trinke, entsorge ich diese fachgerecht.

Samira, 2. Real

Samira, 2. Real

Samira, 2. Real

Wie gefällt dir das Rhein-Projekt?
Es ist mega-cool. Man kommt an seine Grenzen und merkt, dass man viel mehr leisten kann, als man gedacht hat. Auch das Zusammensein mit der ganzen Gruppe ist toll.

Was hat dich bei den beiden Etappen bisher am meisten beeindruckt?
Dass wir ein solches Projekt machen dürfen und dass es so viel schöne Orte hat.

Was hast du Neues über die Themen Nachhaltigkeit und Natur gelernt?
Es braucht nicht immer ein Auto, einen Bus oder so etwas. Man kann vieles auch mit dem Velo meistern.

Hast du im Alltag durch das Rhein-Projekt etwas verändert? Nimmst du gewisse Dinge bewusster war?
Nein. Dass die Natur sehr schön ist.

Wo achtest du persönlich bewusst auf mehr Nachhaltigkeit im Alltag?
Ich gehe mit dem Velo zur Schule, esse sehr wenig Fleisch und benutze meistens wiederverwendbare Flaschen.

Beim Projekt «Source to Sea» erkunden Schülerinnen und Schüler aus Neunkirch den Rhein von der Quelle bis zur Mündung.
Beim Projekt «Source to Sea» erkunden Schülerinnen und Schüler aus Neunkirch den Rhein von der Quelle bis zur Mündung.

«Source to Sea»

1. Etappe:
4-tägige Wanderung
von der Rheinquelle nach Reichenau, 2018

2. Etappe:
4-tägige Velotour
von Reichenau bis nach Neunkirch, 2019

3. Etappe:
5-tägige Kanutour
von Neuhausen nach Basel, 2020

4. Etappe:
14-tägige Velotour
von Basel nach Rotterdam, 2021

www.sourcetosea.ch

Schule freut sich über Unterstützung

Das Projekt ist in vielerlei Weise eine Herausforderung – körperlich, mental, logistisch, aber auch finanziell. Die Gesamtkosten von etwa CHF 40 000 werden zu je einem Drittel von den Eltern und der Gemeinde getragen. Der Restbetrag kommt durch Eigenleistungen der Schülerinnen und Schüler (Flohmarkt, Kuchenverkauf u. a.) sowie durch Sponsoring zusammen. Die Schule ist für jeden Beitrag dankbar! 



Clientis BS Bank Schaffhausen
IBAN: CH12 0685 8469 5527 2268 5

Schule Neunkirch, Klassenkasse 

Rico Diethelm

Vermerk: «Sponsoring Source to Sea»

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