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In der Arbeitsgemeinschaft Umweltcharta der Kantonsschule Schaffhausen diskutieren Schülerinnen, Schüler und Lehrende über Klimaziele und stossen Projekte an. Gemeinsam wollen sie ihre Schule klimafreundlicher gestalten.

Sie wollen etwas bewegen: In der Arbeitsgemeinschaft (AG) Umweltcharta der Kantonsschule Schaffhausen engagieren sich Schülerinnen und Schüler zusammen mit Lehrenden, um gemeinsam das Bewusstsein für den Klimaschutz an ihrer Schule zu stärken. «Wir können hier viele Leute erreichen», sagt Meret Kübler, Schülerin der Klasse 4mb. In ihrer Freizeit ist sie Aktivistin bei der weltweiten Klimajugend. Immerhin 500 Gymnasiasten und 100 Fachmittelschüler besuchen die Kantonsschule und rund 100 Lehrende unterrichten hier.

Entstanden ist die AG 2019, als weltweit immer mehr junge Menschen zu Klimastreiks auf die Strasse gingen. Hervorgegangen ist die AG aus verschiedenen Diskussionen zwischen den für die Klimastreiks engagierten Kantischülerinnen und -schülern mit der Schulleitung und dem Lehrerkollegium. Ziel ist es, die Schule umweltfreundlicher zu gestalten und so zur Lösung der Klimakrise beizutragen.

Flugreisen, vegetarische Menüs und Papierverbrauch

Ansatzpunkte für mehr Klimaschutz an der Schule gibt es aus Sicht der aktuell zehn AG-Mitglieder viele. «Wir wollen zum Beispiel, dass wir nicht mehr mit dem Flugzeug zu den Sprachaufenthalten nach Südfrankreich oder Südengland fliegen, sondern den Zug nehmen», sagt Finn Van Belle, Schüler der Naturwissenschafts-Klasse 4nc und ebenfalls in der Klimajugend aktiv. Eine erste Umfrage zu dem Thema haben sie an der Schule bereits gemacht. Die Entscheidung steht noch aus. Ebenso wie bei dem Thema «fleischloses Essen». Hierzu hat die AG vorgeschlagen, dass die Mensa mindestens einmal die Woche nur vegetarisches Essen serviert. «Wir müssen auch nicht so viele Unterlagen ausdrucken, das spart Papier», nennt Meret Kübler einen weiteren Punkt. Und auch darüber, 
ob man besser mit ÖV, Velo oder Auto zur Schule kommt, wird diskutiert.

Darf man fleischloses Essen erzwingen? Diese und ähnliche Fragen rund um die Themen Umwelt, Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden an den Sitzungen der AG Umweltcharta rege diskutiert.

Um möglichst alle Schülerinnen und Schüler in die Diskussion um die Klimathematik einzubinden, ist auch der Schülervorstand bei der Umweltcharta vertreten. «Ich war vorher nicht bei der Klimajugend aktiv, finde es aber eine gute Sache», sagt Abinash Selvarasan, der kurz nach dem Interview die Schule mit der Matura abgeschlossen hat. Er sieht es als eine der Aufgaben des Schülervorstands, Anliegen der Schülerinnen und Schüler an die Schulleitung heranzutragen. Deshalb setzt er sich auch dafür ein, dass nach ihm wieder jüngere Schüler aus dem Vorstand der AG beitreten.

Diskussionen über Werte und persönliches Verhalten

Nicht als Lehrer, sondern als Teil einer engagierten Gruppe begreift sich AG-Mitglied Thomas Stamm, Chemielehrer und ehemaliger Prorektor Naturwissenschaften an der Kantonsschule. Für ihn stehen der Dialog und die Bewusstseinsbildung im Vordergrund. «Wir diskutieren gemeinsam über Werte und unser persönliches Verhalten», erzählt Stamm. Fragen seien zum Beispiel: Wie bekommt man die Menschen dazu, klimafreundlicher zu leben? Darf man sie zu fleischlosem Essen zwingen? Und wie passen die eigenen Werte und das eigene Verhalten zusammen?

Persönliche Verhaltensänderungen allein reichen vor allem den Schülerinnen und Schülern nicht. «Was ich als Individuum tun kann, bringt nicht genug», sagt Gianluca Looser aus der 3ma, der seit den Sommerferien ein Maturité bilingue Jahr in Lausanne verbringt. «Es muss mehr getan werden.» Die Schule ist für ihn erst der Anfang für eine Verhaltensänderung, die weltweit und vor allem auch in der Politik ankommen muss.
Inken De Wit

AG Umweltcharta

Gegründet: August 2019
Mitglieder: 5 Schüler, 5 Lehrer

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