Kommentare: 0

Wie lässt sich aus dem Thema «Serienproduktion» im Fach Textiles Gestalten ein umfassendes Projekt zum Thema Nachhaltigkeit machen? 16 Schülerinnen und Schüler von der Schule Rüdlingen-Buchberg und ihre Lehrerin Jacqueline Gysel machen es vor.

«Angefangen hat alles vor gut einem Jahr im Herbst 2019, als wir im Unterricht Kapuzenpullis genäht ­haben», erzählt Jacqueline Gysel, Lehrerin für Textiles Gestalten an der Schule Rüdlingen-Buchberg. «Die Schülerinnen und Schüler haben dabei gesehen, wie viel Arbeit in einem einzelnen Kleidungsstück steckt, und begannen über ‹fast fashion›, Upcycling und ­Nachhaltigkeit zu diskutieren.» Als es dann im darauffolgenden Frühjahrssemester 2020 darum ging, ein Projekt zum Thema Serienproduktion zu bestimmen, war klar, dass es etwas mit Nachhaltigkeit zu tun ­haben sollte. «Wir kamen so zu der Idee, etwas aus Stoff, statt aus Plastik herzustellen.» Ziel sollte sein, ­etwas Wiederverwendbares und Umweltfreundliches in Serie herzustellen.

Nützliches für den Haushalt

Nach verschiedenen Überlegungen definierten die ­Jugendlichen und ihre Lehrerin sechs verschiedene Produkte: Obstbeutel, Kosmetikpads, Küchenschwamm, Kirschenkissen, Bienenwachstücher und Schüssel­abdeckungen. Nun ging es daran, für alles erste Prototypen herzustellen. Dabei stellte sich heraus, dass ­Bienenwachstücher und Schüsselabdeckungen zu komplex waren. Also wurden sie vom Produktionsplan genommen. Alles andere eignete sich jedoch bestens. Die Serienproduktion konnte beginnen – so zumindest die Planung bis zum plötzlichen Lockdown der Schule aufgrund der Corona-Pandemie.

Insgesamt acht Wochen mussten die 16 Schülerinnen und Schüler warten. Als es endlich losging, musste dann alles extra schnell gehen. Denn die Schülerinnen und Schüler hatten die Zeit ohne physische Schulbesuche genutzt, um im Fach «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» (WAH) ein Marketingkonzept und erste Verkaufsideen zu entwickeln. Auch die ersten Ab­satzmärkte, darunter der Hofladen der Besenbeiz in Buchberg, waren gefunden. Jetzt fehlten nur noch die Produkte.

Voller Einsatz an der Nähmaschine

Von Mitte Mai bis zu Beginn der Sommerferien schnitten daher die Schülerinnen und Schüler höchst ­konzentriert die Stoffe zu und nähten die Produkte an den Nähmaschinen. So produzierten sie pro Produkt­reihe bis zu 30 Verkaufsstücke.

Im Oktober ging der Verkauf durch die Schülerinnen und Schüler los, die inzwischen die 3. Oberstufen-­Klasse besuchen. Passend zu ihrer Arbeit und den Diskussionen im Textilen Gestalten steht jetzt im neuen Schuljahr im Fach «Raum Zeit Gesellschaft» das Thema Klimawandel auf dem Lehrplan. «Sie bekommen so ­einen umfassenden Überblick über die ganze Thematik rund um Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit», sagt Jacqueline Gysel. Mit dem Erlös aus dem ­Verkauf der Serienproduktion wird Ende Schuljahr ein kleiner Ausflug als Abschlussreise gemacht. 

Inken De Wit

Kosmetikpads, Obstbeutel und vieles mehr stellten die Schülerinnen und Schüler in Eigenregie her.

Jasmine, 3. OS

Mir gefällt am Schulprojekt «Alternative zu Plastik» sehr gut, dass wir lernen, wie man auch ohne Plastik leben kann. Ausserdem lernen wir, selbst etwas zu nähen. Seit ich an dem Projekt teilgenommen habe, versuche ich, weniger PET-Flaschen zu gebrauchen und nehme auch häufiger das Velo, um irgendwo hinzufahren.

Mein Tipp für mehr Nachhaltigkeit
Man sollte beim Kauf von Sachen darauf ­achten, dass sie möglichst keinen Plastik in sich haben, wobei das heutzutage nicht ­einfach ist. Auch ist es eine gute Idee, Dinge einfach mal selbst herzustellen.

Thibaud, 3. OS

Das Unterrichtsprojekt gefällt mir sehr gut, weil wir damit eine Alternative zu Plastik produzieren und so ein kleines Stück dazu beitragen, die Erde zu retten. Ausserdem habe ich gelernt, wie man Gegenstände ­herstellen kann, die gut für die Umwelt sind. Genau wie meine ganze Familie probiere ich eigentlich schon immer nachhaltig zu leben. Wir essen beispielsweise nur wenig Fleisch, benutzen nachhaltige Tragetaschen und meine Geschwister und ich tauschen Kleidung untereinander.

Mein Tipp für mehr Nachhaltigkeit
Wer etwas für die Umwelt tun möchte, kann zum Beispiel ganz einfach möglichst wenig Plastik verwenden. Dazu gehört, nicht bei ­jedem Einkauf Plastiktüten zu nehmen. Gut fürs Klima ist es auch, wenig Fleisch zu konsumieren und nur kurz zu duschen.

Larissa, 3. OS

Wir haben beim Projekt ganz toll zusammengearbeitet und wir haben gesehen, wie einfach es doch ist, Wege zu finden, Plastik zu ersetzen. Auch haben wir gelernt, dass man vieles selbst machen kann. Ich habe auch schon vor dem Projekt versucht, im ­Alltag auf Nachhaltigkeit zu achten. Ich gebe jetzt aber noch mehr acht darauf, und mir ist noch bewusster geworden, wie wichtig das ist.

Mein Tipp für mehr Nachhaltigkeit
Man sollte lieber mehr Geld ausgeben – dafür kann man dann diese Produkte viel länger benutzen und schützt gleichzeitig die Umwelt.

Zurück