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Im Winter 2014/2015 sowie 2015/2016 konnten etliche Schüler in der Region einen ganz besonderen Unterricht erleben: EKS Energieexperten gingen in die Klassen der Primarschulen und zeigten dort anschaulich, wie Strom entsteht, wie er ins Schulhaus kommt – und warum man damit sorgsam umgehen sollte. Bei den Kindern kam das super an, wie ein Besuch in der 4b der Schule Steingut in Schaffhausen zeigt.

Es ist Freitagmorgen, 7.20 Uhr. Draussen ist es noch dunkel – und kalt. Busse kommen an und fahren ab, Schüler strömen aus allen Himmelsrichtungen zur Schaffhauser Hochstrasse, wo in der Primarschule Steingut gleich ihr Unterricht beginnen wird. Aus dem hell erleuchteten Schulhaus scheint bereits wohlig warmes Licht auf die Strasse – und lockt die Kinder geradezu hinein. Dass Wärme und Licht jedoch keineswegs selbstverständlich sind, werden die 16 Schüler der 4b bald hautnah erfahren.

Unterricht mal anders

Sie haben sich mittlerweile in ihrem Klassenraum versammelt. Hier wird heute nicht ihre Klassenlehrerin Christiane Tomasik, sondern Diplom-Ingenieur Werner Huber den Unterricht gestalten. Der frühere Abteilungsleiter des Leitungsnetzes der EKS AG wird den Neun- bis Elfjährigen erklären, woher der Strom kommt, der dafür sorgt, dass es hell ist und der Tageslichtprojektor funktioniert.

Doch kaum hat Huber damit begonnen, den Kindern die Wege des Stroms anhand mitgebrachter Starkstromkabel und Sicherungen zu demonstrieren, da gehen plötzlich Licht und Projektor aus. Was ist passiert? Die Klasse rätselt. «Die Sicherung ist raus», vermeldet der herbeigeeilte Hausabwart Markus Moser, der den Fehler gleich behebt. Zwar ahnt schon manch einer, dass dies kein Zufall war, doch sogleich hat auch jeder eine Geschichte aus seinem Leben parat. Als man etwa im Dunkeln gegen die Tür gelaufen ist – oder beim Weg zur Toilette in die Badewanne fiel.

Nach einigen unterhaltsamen Geschichten kommen die 13 Mädchen und drei Jungs richtig in Fahrt. Sie können bereits erstaunlich viel mit Begriffen wie CO2, Kern- und Solarenergie anfangen, Finger werden gestreckt, sogar ein Teil der grossen Pause wird geopfert, um mit Abwart Moser den grossen Sicherungskasten im Keller anzuschauen.

Highlight des Tages

Und dann folgt das Highlight des heutigen Unterrichts: Das «Movie-Bike». Das knallgelbe Fitnessrad ist mit einem Bildschirm verbunden. Tritt man in die Pedale, läuft dort ein Film über Energie. Hört man auf zu treten, bleibt der Film stehen. So darf jedes Kind etwa eine Minute lang den eingebauten Dynamo antreiben – und spürt in den eigenen Beinen, wie viel Energie aufgewendet werden muss, um ein bisschen fernzusehen.

Spielen und Sport treiben 

Werner Huber hat dazu auch ein paar Zahlen parat. Rund 40 Watt Leistung könnten Jugendliche produzieren, erklärt der Experte. Würde man einen ganzen Tag lang, also 24 Stunden, Rad fahren, käme so eine knappe Kilowattstunde zusammen. Diese wiederum reiche aus, um ein Mittagessen für vier Personen zu kochen oder einen gemütlichen Fernseh-abend zu verbringen. «Eine tolle Idee», findet eine Schülerin, «statt beim Computer spielen nur rumzusitzen, könnte man so gleichzeitig Sport machen.»

Für Aha-Effekte hat auch das abschliessende kleine Quiz gesorgt. Dass der Bleistiftspitzer ohne Strom funktioniert, war ja noch einfach. Doch jedes Auto braucht Strom, allein schon um zu starten, und auch jedes Windrad, damit es Strom erzeugen kann.

Jürgen Baltes

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