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Auf gutem Grund gebaut

Säulen sollen tragen. Eine reicht nicht. Zwei sind zu wenig. Drei sind viel versprechend. Vier genau richtig. Die Vier-Säulen-Energiepolitik des Bundes. Eine Erklärung.

Das Ziel der schweizerischen Energiepolitik ist der nachhaltige Umgang mit Energie. Bereits im Frühling 2007 hat der Bundesrat entschieden, seine Energiepolitik auf vier Säulen abzustützen: Energieeffizienz, dem vermehrten Einsatz von Erneuerbaren Energien, dem Ersatz und dem Neubau von Grosskraftwerken und schliesslich auch auf die Energieaussenpolitik.

Die Säulen eins und zwei, Energieeffizienz und Förderung erneuerbarer Energien, machen ein nachhaltiges Energiesystem Schweiz, welches sich an der 2000-Watt-Gesellschaft orientiert, möglich. Der Bundesrat: "In einer langfristigen Optik wird geprüft, wie der Weg zu einer 2000-Watt-Gesellschaft auszugestalten wäre, die dank starker Effizienzsteigerung der Energieverwendung, Forderung der erneuerbaren Energien … mit einem Drittel des heutigen Energieleistungsbedarfs auskommen und diesen zu einem grossen Teil durch erneuerbare Energieträger decken kann."

Aktionsplan "Erneuerbare Energie"

Zur Umsetzung der Idee der "Vier Säulen" wurden acht Aktionspläne verabschiedet. Sie  gelten als wichtige Umsetzungsinstrumente der Energiestrategie. Der Aktionsplan für die Energieeffizienz umfasst zum Beispiel 15 Massnahmen mit dem klar definierten Ziel, den Verbrauch fossiler Energieträger zwischen 2010 und 2020 um 20 Prozent zu senken.

Ein hohes Energiesparpotential ortet der Bund im Gebäudebereich. Aber leider - so die Verantwortlichen - fehle den Hausbesitzern und Investoren oft das nötige Wissen über Energiefragen.

Der Aktionsplan "Erneuerbare Energie" sieht vor, den Anteil an erneuerbaren Energien um mindestens 50 Prozent zu erhöhen. Diese Massnahme wird mit der seit 2009 wirksamen Einspeisevergütung für erneuerbaren Strom mitgetragen.

Gewährleistung der Versorgungssicherheit

Der Bundesrat bekennt sich in seiner Energiestrategie klar zu den Grosskraftwerken, insbesondere zu den Kernkraftwerken. Die Potentiale der erneuerbaren Energien - inklusive der Wasserkraft - reichen mittelfristig nicht, den Strombedarf zu decken, zumal auch fossile Energien verstärkt durch Elektrizität unterstützt werden (Wärmepumpen). Auch bei einer Zustimmung des Volkes zur Rahmenbewilligung eines Kernkraftwerkes sieht der Bundesrat die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten Versorgungslücke. Als Übergangslösung befürwortet er allenfalls Gaskombikraftwerke.

Das internationale Umfeld hat sich in letzter Zeit stark verändert. Die Schweiz ist schon lange keine Insel mehr. Die internationale Zusammenarbeit wird immer wichtiger. Bilaterale wie auch multilaterale Verhandlungen sollen die Versorgungssicherheit gewährleisten.

Weitere Informationen: www.bfe.admin.ch


Elektrizitätsversorgung im Europäischen Kontext


Strom ist ein Handelsgut. Der Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

"Mit der wachsenden Nachfrage nach Strom und der Stilllegung von Kernkraftwerken drohen in der Schweiz Engpässe bei der Elektrizitätsversorgung. Bislang wurden Optionen zur Überbrückung einer 'Versorgungslücke' oft so diskutiert, als ob die Schweiz in Europa eine Strominsel darstellen würde", sagt Urs Meister, Autor und Energieexperte bei Avenir Suisse. Tatsächlich ist die Schweiz eng in den europäischen Markt eingebunden. Einerseits ist die Schweiz während fast der Hälfte des Jahres auf Importe angewiesen, weil die inländische Produktion die Nachfrage nicht decken kann. Andererseits entwickeln sich die Schweizer Stromgrosshandelspreise verstärkt im Gleichklang mit den europäischen. Meister weiter: "Neue Kohlekraftwerke in Europa, ein deutscher Ausstieg aus der Kernenergie oder ein italienischer Wiedereinstieg haben direkte Konsequenzen in Bezug auf Preise und Versorgungssicherheit in der Schweiz. Strategien für eine künftige Stromversorgung müssen daher den europäischen Kontext einschliessen. Neue erneuerbare Energien, Importe, aber auch Gas- und Dampfturbinenkraftwerke drohen dagegen kostspielige Alternativen zu werden, bei denen das Schweizer Preisniveau sich dem hohen italienischen annähern würde."

Die Publikation dazu:
Meister, Urs: Strategien für die Schweizer Elektrizitätsversorgung im Europäischen Kontext; Avenir Suisse, Zürich 2008, www.avenir-suisse.ch

2000-Watt-Gesellschaft

Die Vision der 2000-Watt-Gesellschaft sieht eine kontinuierliche Absenkung des Energiebedarfs auf 2000 Watt vor. Dieses Ziel soll so rasch wie möglich erreicht werden. Bis ins Jahr 2050 kann sich der Anteil an fossilen Energien von heute 3000 Watt auf 1500 Watt pro Person halbieren. Der weit gefasste Zeithorizont hat triftige Gründe: Der Wandel bedingt eine rigorose Anpassung der Infrastruktur und eine intelligente Lebensweise, sonst bleibt die 2000-Watt-Gesellschaft eine Vision.
www.novatlantis.ch

Versorgungslücke

In den letzten zehn Jahren stieg der Stromverbrauch jährlich um 1,7 Prozent. Bei weiter steigendem Stromverbrauch muss die Schweiz ab 2012 mit Engpässen rechnen (www.axpo.ch). Ab 2020 gehen die KKW Beznau I und II sowie Mühleberg vom Netz. Zudem laufen wichtige Importverträge aus. Diese Situation hat die Diskussion um die so genannte "Strom- oder Versorgungslücke" ausgelöst.

Die Energieverordnung (EnV)

Die Revision der Energieverordnung (EnV) umfasst ein Paket von Massnahmen zur Förderung der erneuerbaren Energien sowie zur Förderung der Effizienz im Elektrizitätsbereich. Hauptpfeiler ist die kostendeckende Einspeisevergütung für Strom aus erneuerbaren Energien (Wasserkraft bis 10 Megawatt, Photovoltaik, Windenergie, Geothermie, Biomasse und Abfälle aus Biomasse). Seit dem 1. Januar 2009 werden dafür jährlich maximal 0,6 Rappen pro Kilowattstunde auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze geschlagen. Damit stehen jedes Jahr maximal 320 Millionen Franken zur Verfügung. In der Energieverordnung sind die Grundsätze für die kostendeckende Einspeisevergütung sowie die Vergütungssätze (Rappen pro Kilowattstunde) für die verschiedenen Anlagentypen festgelegt. Weiterführender Link:
www.bfe.admin.ch

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