EKS ON!
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EKS ON! Eine Reise der Superlative in die Toskana

22 Personen nahmen in der letzten Mai-Woche 2016 an der EKS ON! Reise in die Toskana teil. Höhepunkte der Reise waren die Besichtigung der Windkraftanlage in Haldenstein, eine Tour durch die Marmorsteinbrüche in Carrara, der Besuch des geothermischen Kraftwerks Larderello sowie die Fährenüberfahrt und die Rundfahrt auf der Insel Elba.

Organisiert wurde die Reise von Franz Ebnöther und Juliane Huber vom Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen in Zusammenarbeit mit der Rattin Carreisen AG. Frohe Laune herrschte schon beim sonntäglichen Start in Schaffhausen und in rascher Fahrt ging es mit einem Car der Rattin AG über St. Gallen zur Windenergieanlage Calandawind, mit ihrem 119 Meter hohen Turm und dem 54 Meter langen Rotorblatt von Weitem sichtbar. Mit ihrem auf Nabenhöhe montierten, 130 Tonnen schweren Maschinenhaus mit Triebstrang, Generator und Getriebe produziert Calandawind jährlich 4,5 Gigawattstunden Strom, was etwa dem Verbrauch von Haldenstein entspricht. Der Betrieb der Anlage ist natürlichen Anforderungen, vor allem dem Vorbeizug von Vögeln und Fledermäusen, angepasst.

Nach einem Besuch des von mittelalterlichen Akteuren bevölkerten Castello Grande in Bellinzona ging es am Montagmorgen weiter in Richtung Parma. Auf der Fahrt dorthin stand die Besichtigung eines Salumificio in Langhirano auf dem Programm, in welchem der beliebte Parmaschinken hergestellt wird. Erst nach etwa vierjähriger Lagerung verlässt der Schinken die Produktionsstätte. Eine Stadtbesichtigung in Parma unter kundiger Führung einer seit Jahren dort lebenden Münchnerin mit sagenhaften Ortskenntnissen rundete den zweiten Tag ab.

Mit der Produktion von weiteren Spezialitäten der Toskana machten die Reiseteilnehmenden am Dienstag auf der Fahrt zum Zielort Marina di Bippona Bekanntschaft. Dazu zählte einerseits der schmackhafte Parmigiano Reggiano, der ebenfalls erst nach längerer Reifezeit in den Handel geht, und andererseits der Aceto Balsamico. Auch der Aceto Balsamico wird jahrelang in kleinen Eichenfässern gelagert und gehätschelt, ehe er zum Verkauf ausgeliefert wird. Beide Spezialitäten stiessen auf grosse Gegenliebe, wie die vielen weissen Plastiktäschchen beim Wegfahren bewiesen. Mit dem Hotel Marinetta in Marina di Bippona an der etruskischen Küste war der Aufenthaltsort der nächsten fünf Tage erreicht.

Die Marmorsteinbrüche von Carrara waren das Ziel des dritten Tages. Mit dem Car erklommen wir die Anhöhen, auf denen sich die Abbrüche befinden, in denen jährlich etwa 800 000 Tonnen weisser Marmor gewonnen und in Blöcken von bis 40 Tonnen Gewicht in halsbrecherischer Fahrt von vierachsigen Lastwagen zu Tal befördert werden. Die Abfahrt ins Tal geriet für unseren Fahrer zu einer anforderungsreichen Kür, weil er vom Guide auf eine falsche Route durch schmale, unbeleuchtete Tunnel geleitet wurde. Ein Abenteuer, das sicher allen Teilnehmenden in Erinnerung bleiben wird. Ein geführter Stadtrundgang in Lucca vollendete den ereignisreichen Tag.

Über die Viale dei Cipressi erreichten wir am Donnerstag das kleine Dorf Bolgheri, wo der Vermentino als Spezialität angebaut wird. In der ehemaligen, von zahlreichen Touristen besuchten Handelsstadt San Gimignano, mit ihren zahlreichen Kirchen Teil des Weltkulturerbes, liessen sich die Schaffhauser Reiseteilnehmenden in einem typischen Restaurant unter freiem Himmel verwöhnen. Die Rückfahrt nach Marina di Bippona führte durch eine hügelige Landschaft und war mit dem Besuch einer Produktionsstätte für Wein, Olivenöl und Safran verbunden.

Am Freitag stand der Besuch im ältesten Geothermie-Kraftwerk in Larderello auf dem Programm. Schon bei der Anfahrt wiesen zahlreiche Rohrleitungen, die Dampf von einem Geothermie-Kraftwerk zum andern transportieren, auf dieses hin. Seit 1913 liefert Larderello Geothermie-Strom. Aus Bohrstellen, teils über 4 000 Meter tief, holt man die Dampf-Energie nachhaltig aus dem Boden. Ein Teil des verdampften Wassers wird wieder zurück in den Boden gepumpt. Der in 34 Geothermie-Kraftwerken in Larderello und drei weiteren Fördergebieten in den Provinzen Pisa, Siena und Grosseto produzierte Geothermie-Strom reicht für zwei Millionen Haushalte, was einem Viertel des Bedarfs der Toskana entspricht. Mit dem Besuch von Massa Marittima schlossen wir diesen eindrücklichen Tag ab.

Dank frühzeitiger Abfahrt am Samstagmorgen wurde in Piombino noch die Neun-Uhr-Fähre zur Insel Elba erreicht. Bei schönstem Wetter und ruhiger See erreichten wir Portoferraio. Durch die traumhaft schöne, hügelige Landschaft führte die Tour, begleitet durch eine redselige Reiseleiterin deutscher Zunge nach Marina di Campo zum Mittagessen. Auf der Rückfahrt machte uns der ortskundige Rattin-Chauffeur auch noch mit dem westlichen Teil der Insel Elba, einst Napoleons Verbannungsort, bekannt.

Und schon stand am Sonntagmorgen die rund 800 Kilometer lange Rückreise in die Schweiz bevor. Diese führte an Bologna vorbei nach Mailand und weiter nach Como. Unterwegs wurde beschlossen, in der Autobahnraststätte Bellinzona Süd das Mittagessen einzunehmen. Nach einigem Abwägen entschlossen sich die für die Reise Verantwortlichen für die Rückfahrt über den San Bernardino. Die Hoffnung auf ein reibungsloses Durchkommen erfüllte sich leider nicht, während rund zwei Stunden stand der Bus von oberhalb Bellinzona bis zum Aufstieg zum San Bernardino in einer stehenden Kolonne, was die Ankunftszeit in Schaffhausen um den gleichen Zeitraum verzögerte. Eine erlebnisreiche Reise war damit zu Ende. Es bleibt, Franz Ebnöther, Juliane Huber und dem unermüdlichen Rattin-Fahrer für ihren grossen Einsatz herzlich zu danken.

Werner Breiter

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