Akkordeon Orchester Stühlingen
Akkordeon Orchester Stühlingen

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Es wird bunt

Akkordeon Orchester Stühlingen
Akkordeon Orchester Stühlingen

Es war eine echte Gemeinschaftsaktion: In wechselnden Teams haben sich fast 20 Mitglieder des Radfahrvereins Lottstetten zum Trafohäuschen ihres 2 000-Einwohner-Örtchens aufgemacht. Ihre Mission: Aus dem grauen Rechteck, das bislang an der Bundesstrasse 27 am Ortsrand ein unscheinbares Dasein gefristet hatte, sollte ein farbenfrohes Kunstwerk werden. Eines, das natürlich vom Thema Rad dominiert sein musste. Schliesslich dreht sich in dem traditionsreichen Verein fast alles ums Kunstradfahren. Windräder, ein Wasserrad und ein Velo, das einen Stromgenerator antreibt, zieren nun die Trafostation.

Segelclub Iznang
Segelclub Iznang

Auch wenn ein nächtlicher Platzregen einige Ausbesserungen nötig machte, konnte das Werk dank vieler fleissiger Hände nach zwei Tagen vollendet werden. Mit dabei war unter anderem die Lottstetter Weltmeisterin Susanne Seifert, die 1996 bei der WM in Malaysia den Titel im Zweier-Kunstradfahren geholt hatte – sicherlich der Höhepunkt in der 103-jährigen Geschichte des Vereins.

Segelclub Iznang
Segelclub Iznang

Einen sonnigen Wochenendtag haben die Mitglieder des Volleyball-Teams Thayngen genutzt, um «ihr» Trafohäuschen zu gestalten. Es steht direkt an der Zollstrasse, am Grenzübergang zu Deutschland. Dort müssen Autofahrer auf Schritttempo herunterbremsen und haben in der regelmässigen Warteschlange auch reichlich Zeit, aus dem Fenster zu schauen. Das brachte die aktiven Volleyballer Alice Ferreira und Jonas Meyer auf die Idee, das betongraue Häuschen am Strassenrand in knalliges Grün zu tauchen. Der markante Slogan «wo steckst du ein?» soll wartende Autofahrer neugierig machen. Beantwortet wird die Frage dann in Piktogrammen, welche die Alternativen Kohle-, Atom-, Wind-, Wasser- und Sonnenkraft zeigen.

Segelclub Iznang
Segelclub Iznang

In Gailingen ist der Verein für jüdische Geschichte gemeinsam mit dem örtlichen Kinderhort Kindorado ans Werk gegangen. In einer nächtlichen Aktion hat man zunächst per Beamer die Skizze der Arche Noah auf das Trafohäuschen am Rheinstrandbad übertragen. Anschliessend konnten die Grundschulkinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Von Minute zu Minute ist das detaillierte Gemälde mit zahllosen Tieren, von der Friedenstaube bis zu Tigern und Giraffen, bunter geworden. Und die Stirnseite des Häuschens, das als Blickfang direkt am Eingang zum Strandbad steht, ziert nun ein siebenarmiger Leuchter, die jüdische Menora, als Symbol der Erleuchtung.

Verein für jüdische Geschichte
Verein für jüdische Geschichte

Auch zwei weitere Trafohäuschen dürften künftig jedem Vorbeifahrenden ins Auge springen. Denn in Stühlingen wie in Moos-Iznang stehen die Umspannstationen direkt an der Hauptstrasse durch den Ort. Am Ortseingang von Iznang, auf dem Weg von Radolfzell zur Höri, ist Werner Schönmetzler, Mitglied des örtlichen Segelclubs, eine Woche lang zugange gewesen. Immer wenn das Wetter mitspielte, hatte der pensionierte Chefkoch der Mettnau-Kur die Motive des zuvor kunstvoll gefertigten Pappmaché-Modells mithilfe eines Rasters ins Original übertragen. «Dabei hatte ich übrigens jede Menge Abwechslung », lacht Schönmetzler. Denn immer wieder haben Autofahrer, Landwirte auf ihren Traktoren oder Passanten angehalten, um die Arbeiten zu bestaunen. Das Finish schliesslich besorgten die Mitglieder des Segelclubs Iznang an einem sonnigen Wochenende mit anschliessendem Umtrunk.

In Stühlingen indes ist gleich die geballte Frauenpower des örtlichen Akkordeon-Orchesters ans Werk gegangen. Im fliegenden Wechsel – Babys mussten versorgt und Pizzen zur Stärkung besorgt werden – haben die jungen Damen das blasse Trafohäuschen in leuchtende Farben getaucht. Die zuvor schmucklosen Stahltüren zieren nun zwei imposante Glühbirnen, deren Energie sich unter anderem aus Sonne, Wind und Wasser speist. Und das leuchtende Rapsfeld auf der Rückseite – es musste von einer schmalen Kante im abschüssigen Gelände aus gemalt werden – ist sogar vom weit entfernten Altersheim im unteren Ort zu erkennen. Nun müssen noch die Mitglieder der Jugendkommission Neunkirch und der Probierlöffelchuchi Klettgau die Pinsel schwingen. Für die 8,5 Meter hohe Turmstation im Klettgau wird sogar ein Gerüst benötigt. Alle vollendeten Kunstwerke werden in der kommenden Ausgabe des EKS ON! vorgestellt. Dann sind auch alle Leser aufgerufen, ihre Favoriten zu wählen.

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