Digitale Medien sind heute für jeden zugänglich, Generationen treffen sich online, um zu lernen und Wissen zu teilen.
Digitale Medien sind heute für jeden zugänglich, Generationen treffen sich online, um zu lernen und Wissen zu teilen.

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Ein Klick – und wir haben Zugang zum Wissen der Welt. Ein Wissen, das immer schneller wächst und Lernprozesse und Berufsbilder verändert. Dies gilt auch für die Energiebranche, die im Zuge der Energiestrategie 2050 nach neuen Lösungen sucht.

Was früher der Brockhaus war, ist heute Wikipedia. Das Online-Lexikon ist mittlerweile das umfassendste Nachschlagewerk und hat Enzyklopädien in Buchform längst den Rang abgelaufen. Es ist aktueller als jedes Buch und fast überall in vielen Sprachen verfügbar. Wikipedia ist Ausdruck einer neuen Wissensgesellschaft, in der digitale Medien immer leichteren Zugang zu einer wachsenden Wissensmenge ermöglichen.

Jeder kann zum Weltwissen beitragen

Das Besondere an den digitalen Medien ist dabei, dass sie nicht nur jeder nutzen, sondern auch jeder an ihnen mitarbeiten kann. Über 70 000 Menschen schreiben weltweit regelmässig als Autoren für Wikipedia – freiwillig und kostenlos. Diese Möglichkeiten der digitalen Medien machen sich auch Hochschulen und Forschungsinstitute vermehrt zunutze. Citizen Science – oder Bürgerwissenschaften – lautet der Fachbegriff dafür, Freiwillige an Forschung zu beteiligen. Der Trend kommt aus den angelsächsischen Ländern. Fast 9 000 Freiwillige aus 104 Ländern haben beispielsweise 2015 ihre Daten zu Globe at Night beigesteuert, einem internationalen Forschungsprojekt von US-Astronomen, bei dem es um Lichtverschmutzung geht.

Auch in der Schweiz gibt es immer mehr Projekte mit Bürgerbeteiligung. Die Eidgenössisch Technische Hochschule (ETH) in Zürich hat Teile ihres Fotoarchivs online gestellt. Oft fehlen Bildinformationen. Jeder kann mithelfen, die Motive zu bestimmen. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat das Netzwerk PhaenoNet gegründet, bei dem Laien ihre Beobachtungen zur jahreszeitlichen Veränderung von Pflanzen erfassen. Das Projekt StadtWildTiere wiederum sammelt Angaben zu Füchsen, Fledermäusen und anderen Tieren in der Stadt. Die Daten sollen helfen, Wildtiere im Siedlungsraum gezielt zu fördern.

Die digitalen Medien verändern nicht nur, wie wir lernen und Wissen teilen. Fast jedes Forschungsprojekt und fast jeder Beruf erfordert inzwischen den versierten Umgang mit Internet und Informationstechnologie (IT). Zudem ist keine Aus-Bildung heute mehr «aus» und zu Ende. Immer schneller kommt neues Wissen dazu. Wer dranbleiben will, muss sich weiterbilden. Dazu bietet auch das Web zahlreiche Möglichkeiten, wie zum Beispiel Internet-Fernstudiengänge.

Diese Veränderungen betreffen auch die Energiewirtschaft. So sind heute im Bereich Netzinfrastruktur IT-Kenntnisse unablässig. Floss noch vor zwanzig Jahren der Strom in eine Richtung vom Kraftwerk zum Kunden, fliesst er jetzt auch von der Solaranlage vom Dach des Kunden zurück ins Netz. Dazu braucht es intelligente Netze.

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Neue Energieberufe entstehen

Zudem entstehen durch die erneuerbaren Energien neue Berufsbilder, um zum Beispiel Windkraft- und Solaranlagen zu installieren. Entsprechend ergänzt der Verband Schweizerischer Energieunternehmen (VSE) kontinuierlich sein Bildungsangebot. Seit zwei Jahren gibt es die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Energie- und Effizienzberater (EEB). «Dieser anspruchsvolle Beruf verbindet die Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft, Technik und Ökologie und der EEB fungiert als wichtiger Berater beim Umbau des Energiesystems», sagt Michael Frank, Direktor des VSE.

Energieversorgung der Zukunft erforschen

Am Paul Scherrer Institut (PSI) wurde die Versuchsplattform ESI (Energy System Integration) aufgebaut. Gemeinsam mit der Industrie werden hier Lösungsansätze für erneuerbare Energien aus Sonne, Wind und Biomasse erforscht. Die Wissenschaftler beschäftigt, wie man Energiequellen, die je nach Wetter und Tageszeit viel oder wenig Strom liefern, ohne Stromschwankungen ins Netz integrieren kann. Ihre Lösung: Sie wollen Energie in Form von Gas speichern.

«Für diese Arbeit braucht es Mitarbeitende, die sowohl Elektrotechnik und Elektronik verstehen, als auch umfassende Kenntnisse über gasförmige und flüssige Energieträger haben und wissen, wie sich aus diesen Rohstoffen nutzbare Energiedienstleistungen gewinnen lassen», erläutert Peter Jansohn, der das Projekt ESI leitet. «Darüber hinaus ist ein sicherer Umgang mit einer komplexen IT-Infrastruktur eine allgemein geforderte Voraussetzung.» Jansohn ist überzeugt, dass eine Fachausbildung zwar weiterhin eine gute Basis ist, dass neue integrative, systembasierende Techniken aber in Zukunft eine Kombination von Fachwissen in verschiedenen Bereichen notwendig machen werden.
 
Inken De Wit

Citizen-Science-Projekte

Globe at Night
www.globeatnight.org

ETH Bildarchiv
www.blogs.ethz.ch/crowdsourcing

PhaenoNet
www.phaenonet.ch

StadtWildTiere
www.stadtwildtiere.ch

Lernen 2.0

Digitales Notizbuch

Mit dem Onlinetool Evernote lassen sich Aufgabenlisten erstellen, Gesprächsnotizen festhalten und Ideen sammeln – und das geräteübergreifend vom Smartphone bis zum PC.
Erhältlich bei
www.evernote.com

Jogging fürs Gehirn

Nicht nur, aber vor allem für Senioren: Mit der App Wissenstraining Allgemeinbildung (iOS) können Sie Ihr Allgemeinwissen auf hohem Niveau testen. Anspruchsvolle Logik-Rätsel und IQ-Aufgaben bietet die App NeuroNation (Android).
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www.apple.com/itunes und
www.google.com/play

Digital notiert

Der Livescribe Smartpen ist der perfekte Begleiter für Besprechungen und Vorträge. Mit der Livescribe-App kann Handschriftliches, das mit dem Smartpen auf den dazugehörigen Block notiert wird, aufs Tablet oder Smartphone übertragen werden. Auch Gesprochenes wird automatisch digitalisiert.
Erhältlich z.B. bei
www.brack.ch

Sprechende Bibliothek

Mit dem AnyBook Reader von Franklin kann sich Ihr Kind Bücher vorlesen lassen: Einen der mitgelieferten Sticker auf eine Seite kleben, mit dem Stift antippen, lesen und die Stimme auf dem Stift aufnehmen. Durch Antippen des Stickers kann sich Ihr Kind das von Ihnen Gesprochene anhören.
Erhältlich z.B. bei
www.mediamarkt.ch

Zündende Idee

Auf der Suche nach neuen Ideen? Mit dem Onlinetool Mindmeister lassen sich kreative Mind Maps, zu Deutsch Gedankenlandkarten, erstellen und mit anderen austauschen.
Erhältlich bei
www.mindmeister.com

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