Jan Berger in seiner Werkstatt

Wenn Jan Berger über Holz spricht, gerät er ins Schwärmen. «Jedes Stück Holz ist einmalig. Es hat seine eigene Textur, seine individuelle Farbe und man spürt, dass es lebt.» Zudem habe es einen angenehmen Geruch und lasse sich vielfältig verarbeiten – ob gewachst, geölt oder lasiert.

Die Begeisterung für den Werkstoff Holz wurde Jan Berger gewissermassen in die Wiege gelegt. Bergers Grossvater, Felix Brühlmann, ist von Beruf Modellschreiner und hat für die Stahlindustrie Prototypen aus Holz hergestellt. «Schon als Kind habe ich in der Werkstatt meines Grossvaters Sachen aus Holz gebastelt.» Heute ist der 79-Jährige längst in Rente, doch geht es um die Verarbeitung von Holz, ist er weiterhin ein wichtiger Ansprechpartner für seinen Enkel.

Holz und Edelmetall

Gemeinsam haben sie den Grundstein für Jan Bergers Unternehmen «Bentwood» gelegt. Mit Bentwood, englisch für gebogenes Holz, hat sich der 24-Jährige einen Traum erfüllt. Er kreiert hochwertige Ringe aus Holz – je nach Kundenwunsch kombiniert mit edlen Metallen oder Steinen. Damit die Ringe möglichst lange halten, hat er zusammen mit seinem Grossvater eine neuartige Technik ausgetüftelt und dafür sogar die passenden Maschinen entwickelt. «Für unser Spezialverfahren nehmen wir ganz dünnes Holzfurnier und verpressen es mit Harz», verrät er das Grundprinzip.

Damit unterscheidet sich seine Technik wesentlich von der klassischen Herstellung von Holzringen, bei der sie einfach aus dem Holz ausgeschnitten werden. Die Vorteile von Bergers Spezialverfahren: Durch die vielen in einer Faserrichtung aufeinander geklebten Holzschichten sind sie stabiler als Silberringe und durch das Harz vor Feuchtigkeit geschützt. Allerdings dauert die Herstellung mit der aufwendigen Technik im Schnitt einen Tag, während «ein normaler Holzring» in einer Dreiviertelstunde fertig ist.

Bis der erste Holzring den Qualitätsansprüchen des Jungunternehmers genügte, dauerte es mehrere Jahre. Den ersten Ring fertigte er mit 18 Jahren als Geschenk für seine Mutter. «Sie hatte sich auf einer Reise einen einfachen Holzring gekauft, der leider schon nach kurzer Zeit kaputt ging», erzählt er. «Da sie ihn aber so sehr mochte, wollte ich gerne einen haltbaren Ring für sie entwickeln.»

Gesagt, getan. Jan Berger, damals bereits im dritten Lehrjahr als Möbelschreiner, tat sich mit seinem Grossvater zusammen und testete unterschiedliche Verfahren. «Ich hatte die Ideen, er die Erfahrung», beschreibt er die erfolgreiche Teamarbeit.

Jan Bergers Grossvater, Felix Brühlmann, an der Bügelsäge

Schmuck aus der Natur

Inzwischen hat sich Jan Berger mit Bentwood einen Namen gemacht. Seit 2019 hat er sich aufgrund der beständig steigenden Nachfrage ausschliesslich der Herstellung von Ringen und Armspangen verschrieben. Sein nachhaltiger und individueller Schmuck aus der Natur kommt an. Ob bei Jung oder Alt, seine Ringe sind genauso als Eheringe, als auch für eine Verlobung, eine Silberhochzeit oder einfach «nur so» gefragt. Damit jeder seiner Kunden genau den richtigen Ring findet, legt Jan Berger viel Wert auf Beratung. Gemeinsam entscheiden sie, aus welcher Holzart oder welcher Kombination verschiedenfarbiger Hölzer und Edelmetalle der Ring gefertigt werden soll, bevor sich Jan Berger an die Herstellung macht.

Durch die Corona-Pandemie musste Bentwood, wie so viele andere Geschäfte, zeitweise schliessen und sich auf Onlineverkäufe beschränken. Die Zeit nutzte Jan Berger, um die Palette an Materialien zu erweitern, mit denen er das Holz kombiniert. So hat er auch Perlmutt oder Mineralsteine wie Lapislazuli in sein Repertoire aufgenommen.

Neben der Qualität seines Produkts ist eine nachhaltige Herstellung sehr wichtig für Berger. Von klein auf hat er viel Zeit in der Natur und im Wald verbracht und möchte mit seiner Umwelt behutsam umgehen. «Ich benutze entweder echtes Schweizer Holz, das hier gewachsen ist und verarbeitet wurde, oder Reststücke von Tropenhölzern aus Schweizer Schreinereien.» Mit seiner Handarbeit gibt er den Holzresten in Form von Upcycling ein neues Leben als dekorativer Ring.
Inken De Wit

Nachhaltige Herstellung

  • Europäische Hölzer, wie Nussbaum oder Eiche, aus der Schweiz (inkl. Verarbeitung und Transport)
  • Tropenholz, wie Ebenholz oder Palisander, nur in Form von Restholz aus Schweizer Schreinereien

Bentwood
Ausserdorf 21
8235 Lohn
Tel. +41 78 606 93 23
E-Mail: info@bentwood.ch
Website: www.bentwood.ch

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