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Der Himmel über Schaffhausen

Im Herbst, wenn die Nacht sich wieder beizeiten übers Land legt, zeigen sich an wolkenfreien Tagen schon früh die ersten Sterne am Himmel. Die Sternwarte Schaffhausen bietet viele Möglichkeiten, die faszinierende Welt der Astronomie zu erkunden.

Wenn es Nacht wird über Schaffhausen, gibt es kaum einen schöneren Ort für Himmelsforscher als die Sternwarte hoch über der Stadt. Im September können wir im Osten zum Beispiel das Sternbild des geflügelten Pferds «Pegasus» sehen und das der «Andromeda», benannt nach der Tochter der aithiopischen Königin Kassiopeia aus der griechischen Mythologie, über die sich tragische und heldenhafte Geschichten erzählen lassen. Bei einem Blick durchs Teleskop können wir bei diesem Sternbild ausserdem die gleichnamige Galaxie entdecken. Ihr Licht ist 2,5 Millionen Jahre unterwegs, bevor es unser Auge erreicht.

Planeten und Sterne am Herbsthimmel

Auffällig strahlt der Ringplanet Saturn, der nach Sonnenuntergang neben dem rötlichen Mars tief am Horizont im Süden steht. Und ausserdem gibt es noch eine ganze Reihe astronomischer Kleinode zu entdecken. Dazu gehört etwa der Doppelstern «Alamak» mit seinem eindrücklichen, orangeblauen Farbkontrast, «Messier 15», ein prächtiger Kugelsternhaufen im Sternbild «Pegasus», in dem sich Tausende Sterne dicht aneinander drängen. Oder «h und chi Persei», Doppelsternhaufen, welche nur 5,6 bzw. 3,2 Millionen Jahre jung sind. Durch ihr zartes Alter beinhalten sie besonders helle Sterne, welche mit blossem Auge erkennbar sind.

Weniger Licht für klare Sicht

Ob wir die Sterne am Himmel funkeln sehen, ist nicht nur vom Wetter abhängig. Neben Wolken und Nebel kann auch von der Erde strahlendes Licht den Blick ins All trüben. Was Astronomen und Sternengucker stört, ist dabei weniger das direkte Umgebungslicht, sondern die Aufhellung des Himmels durch das Streulicht der Städte. «Man muss sich das vorstellen wie eine Lichtglocke, unter der wir wohnen. Je heller der Himmel, desto geringer der Kontrast zu den Himmelskörpern», erklärt Bruno Eberli von der Naturforschenden Gesellschaft Schaffhausen (NGSH), die auch die Sternwarte betreibt, und zwar mit viel ehrenamtlichem Engagement.

Wie stark die Beleuchtung der Städte die Sicht ins All beeinträchtigt, hängt dabei nicht nur von der Menge und Stärke des Lichts ab, sondern auch von seiner Ausrichtung und von der Lichtfarbe. «Je weisser das Licht, desto mehr streut es und desto mehr stört es», weiss Eberli. «Natürlich brauchen wir im Freien genügend Licht, um Wege, Plätze und Eingangsbereiche sicher zu machen, und wir wollen nach Sonnenuntergang auch auf der Terrasse oder im Garten nicht immer im Dunkeln sitzen», sagt Juliane Huber von EKS. «Aber wir können unnötige Lichtverschmutzung vermeiden, indem wir z. B. Wegebeleuchtung nach oben abschirmen, damit sie nicht in den Himmel strahlt, und indem wir für draussen möglichst warme Lichtfarben wählen», so Huber.

Paradies für Sternengucker

Viel besser als auf der eigenen Terrasse oder im Garten kann man die Himmelskörper auf der Sternwarte Schaffhausen beobachten. Sie wurde von der Naturforschenden Gesellschaft speziell für den Publikumsbetrieb konzipiert und ist eine der modernsten der Schweiz. Der 2012 eröffnete Neubau beherbergt ein Observatorium, ein Planetarium, ein Auditorium für Vorträge und Events und eine Bar mit Aussenterrasse.

Herzstück ist das Observatorium, das zum Erforschen unendlicher Weiten einlädt. Wird das sechs Tonnen schwere Schiebedach geöffnet, gibt es den Blick auf den Himmel frei. Aktuell sind hier fünf Teleskope stationiert. Das grösste ist ein sogenanntes Newton Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 40 Zentimetern. Es macht Objekte sichtbar, die Millionen Lichtjahre entfernt sind. Mit den kleineren Teleskopen dürfen die Besucher unter Anleitung auch auf eigene Faust das Universum erkunden. Der Blick durch die Teleskope ist kostenfrei. Das rund 30 köpfige Stern-warten-Team begleitet die Sternengucker ehrenamtlich auf ihren Expeditionen ins All.

Mit dem Heliostaten, einem speziellen Teleskop für die Sonne, lassen sich tagsüber auch Sonnenflecken und – mit etwas Glück – Eruptionen am Sonnenrand beobachten. «Der Heliostat fängt das Bild der Sonne ein und projiziert es über Spiegel und Linsen in einem dunklen Raum live auf eine Leinwand», erklärt Eberli.

Reisen durchs Weltall

Falls der Himmel bedeckt ist, können die Besucher trotzdem die Sterne betrachten. Unter der kuppelförmigen 360-Grad-Projektionsfläche (Fulldome) im benachbarten Planetarium können sie den aktuellen Sternenhimmel bewundern, virtuell durchs Weltall fliegen oder sich von Astronomie-Filmen in ferne Welten entführen lassen.

Die Sterne noch näher holen

Bald können sich die Besucher im Observatorium die Sterne sogar noch näher heranholen. Das treue, aber in die Jahre gekommene «Newton» soll durch ein neues, noch grösseres Teleskop mit einem Spiegeldurchmesser von 70 Zentimetern ersetzt werden. «Wenn alles nach Plan läuft, wird es im kommenden Winter installiert», sagt Eberli, «dann können wir hier auch Objekte genau betrachten, die vorher nicht oder nur undeutlich zu sehen waren.» So macht Astronomie Freude!       

Silva Schleider

Sternwarte Schaffhausen
Weiherweg
8200 Schaffhausen

Öffnungszeiten im Herbst:
Planetarium:  
Samstags um 19.30 Uhr
Observatorium:
Samstags 20.30 – 22.00 Uhr
(mit Ausnahme der Weihnachtsferien)

Angebote:  Sternbeobachtung im Observatorium (kostenlos)
Filme und Shows im Planetarium (25 Plätze)
Vorträge im Auditorium (35 Plätze), Führungen und Events mit
Apéro und Catering für Gruppen von bis zu 40 Personen

Information, Reservation und Tickets:
+41 52 625 96 07
reservation@sternwarte-schaffhausen.ch
www.sternwarte-schaffhausen.ch

Tickets gewinnen!

Gewinnen Sie eines von fünf Tickets fürs Planetarium der Sternwarte Schaffhausen im Wert von je CHF 15.– mit anschliessender Führung im Observatorium. Schreiben Sie einfach bis 30. September 2018 eine E-Mail an juliane.huber@eks.ch, Stichwort: Sternwarte.

Licht für Sternfreunde

So vermeiden Sie unnötige Lichtverschmutzung, die den Blick auf die Sterne stört:

  • Sorgsam dosieren: Schalten Sie Licht ausserhalb des Hauses nur dann ein, wenn
    Sie es tatsächlich brauchen.
  • Smart steuern: Nutzen Sie den Komfort sensorbasierter Steuerungen, die allen das Tasten nach dem Lichtschalter ersparen.
  • Abblenden: Schirmen Sie Lichtquellen so ab, dass kein Licht nach oben in den Himmel strahlt.
  • Wohltemperieren:
    Bevorzugen Sie Licht in wärmeren Farben (z. B. warmweisse LED mit unter 3 000 Kelvin), das weniger streut.

Sichtbarkeit der Planeten 2018

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