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Von der Netzleitstelle in Neuhausen aus überwacht Michael Bürgin das gesamte EKS Stromnetz. Gemeinsam mit seinen Kollegen sorgt er dafür, dass die Menschen im Versorgungsgebiet stets zuverlässig Strom haben.

Wofür genau braucht es die EKS Netzleitstelle?
Die Netzleitstelle – oder NLS – ist das Herzstück der EKS. Von hier aus steuern wir das gesamte Stromnetz und sorgen dafür, dass alles reibungslos läuft. Ein Mausklick reicht – und schon ist der Strom an- oder ausgeschaltet.

Wann muss man den Strom an- oder ausschalten?
Wenn irgendwo im Netz der Strom ausfällt, sorgen wir dafür, dass die Leute wieder Strom haben. Zunächst geht bei uns ein Alarm ein. Daraufhin prüfen wir, wo genau es eine Unterbrechung gibt und machen dann eine sogenannte Umschaltung. Das heisst, ähnlich wie bei einer Umleitung bei einer Strassensperrung leiten wir den Strom über einen anderen Weg zum Ziel.

Ausserdem sind wir über die Arbeitsaufträge der EKS Monteure informiert. Die acht EKS Unterwerke, die Trafostationen und das gesamte Netz müssen regelmässig gewartet und erneuert werden. Eigentlich wird jeden Tag irgendwo etwas in dem fast 1500 Kilometer langen Netz gemacht. Damit die Monteure zum Beispiel Kabel, Isolatoren oder Masten auswechseln können, müssen wir den Bereich des Netzes, in dem sie 
arbeiten, spannungslos schalten, ohne dass unsere Kunden davon etwas merken.

Wie muss man sich einen typischen Arbeitstag vorstellen?
Ich beginne um 6.30 Uhr und bespreche mich als erstes mit den Kollegen, die über Nacht das Stromnetz überwacht haben. Anschliessend prüfe ich, ob alles reibungslos funktioniert und schaue mir an, welche Schalt- und Arbeitsaufträge von den Monteuren vorliegen. Auch muss ich Protokolle prüfen und sehen, ob zum Beispiel die Rundsteuerung für die öffentliche Beleuchtung richtig arbeitet.

Fürs «Znüni» setzt sich dann unser ganzes Team hier in Neuhausen zusammen. Mir ist der Austausch mit den Kollegen sehr wichtig. Schliesslich müssen wir auch in stressigen Situationen gut zusammenarbeiten. Bei einem Unwetter kann es passieren, dass wir in einer einzigen Minute zwanzig, dreissig Alarme haben.

Später am Tag mache ich meist einen Kontrollgang durchs Unterwerk neben der Netzleitstelle. Die Hochspannungsleitungen kommen hier mit 110 000 Volt direkt vom Kraftwerk ins Gebäude und werden auf 16 000 Volt umgewandelt und zu den Trafostationen weitergeleitet.

An verschiedenen Tagen bin ich auch für Umbauten unterwegs. Letzten Winter haben wir zum Beispiel im Zuge der Digitalisierung den Funkturm auf dem Siblinger Randen umgebaut. Polizei, Feuerwehr, die Schaffhauser Verkehrsbetriebe und EKS nutzen den Turm für den Betriebsfunk. Die oberste Spitze mit der Flugleuchte musste per Hubschrauber heruntergeholt und die Leuchte sowie diverse Kabel ausgetauscht werden.

Warum haben Sie sich für die Arbeit in der Netzleitstelle entschieden?
Die Arbeit ist sehr vielfältig und abwechslungsreich, und ich bin sowohl im Büro als auch draussen. Das ist eine gute Mischung.

Welche fachlichen und persönlichen Fähigkeiten braucht man für Ihre Arbeit?
Eine elektrotechnische Ausbildung ist eine sehr gute Basis. Auch sollte man handwerkliches Geschick und Verständnis von Mechanik haben. Wenn es in der Netzleitstelle hektisch zugeht, sollte man besonnen und ruhig reagieren können. Ausgeglichenheit, eine gewisse Stressresistenz und eine schnelle Auffassungsgabe sind von Vorteil.

Worauf freuen Sie sich nach der Arbeit?
Auf mein Feierabendbier (schmunzelt). Und natürlich meine Alpakas, die ich mir 2019 nach einer Südamerikareise gekauft habe. Im Sommer bin ich zudem immer am Rhein zu finden, gehe schwimmen oder bin mit meinem Weidling unterwegs.

Wie würden Sie sich in drei Worten beschreiben?
Gesellig, offen, spontan.

Steckbrief

Michael Bürgin (33)
Funktion: Anlagen­operateur NLS
Bei EKS seit: 2003–2008 Lehre und Tätigkeit als Netzelektriker
In der EKS Netzleitstelle seit: 2018
Wohnort: Schaffhausen

Bacon-Burger-Dog

Hier geht es zum Rezept von Michael Bürgin
Anlagenoperateur in der EKS Netzleitstelle

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