EKS ON!
(Kommentare: 0)

CH-Photovoltaik: Nicht nur eitel Sonnnenschein

Dunkle Wolken ziehen über den Schweizer Photovoltaik-Dächern auf: Die Zahl der Beschäftigten im Solarindustrie-Sektor bricht ein. Die PV-Sonne geht im Osten auf, wo China drauf und dran ist, die Schweizer Solarindustrie abzuhängen.

Das Reich der Mitte kontrolliert heute 80% des Weltmarktes. In der Schweiz ist die Zahl der Beschäftigten im Solarindustrie-Sektor in den letzten fünf Jahren fast um die Hälfte eingebrochen. Meyer Burger, das Flaggschiff der Schweizer Solarindustrie, gab im Herbst 2017 bekannt, dass 180 Arbeitsplätze in Thun im Kanton Bern nach China verlegt werden – ein schwerer Schlag für die Schweizer Photovoltaik. Diese Arbeitsplätze betreffen vor allem die Herstellung von Solarpanel-Maschinen. In Thun werden bisher Anlagen für die Wafer- und Modul-Prozesse sowie Applikationen für gebäudeintegrierte Photovoltaik hergestellt. Im Bereich Wafering, in dem ein Grossteil der PV-Wafer in Asien (hauptsächlich in China) hergestellt wird, wird Meyer Burger die Produktion von Diamantdrahtsägen im Verlauf des Jahres 2018 von Thun nach China verlagern.

Diese Auslagerung mag insofern überraschen, als sich die Schweiz als Anbieterin von Hocheffizienz-Technologien auf dem PV-Gebiet stets als Vorreiterin verstand. Doch zeichnete sich der Abwärtstrend auf breiter Basis bereits vor fünf Jahren ab. 2011 beschäftigte die Photovoltaik-Industrie in der Schweiz 10 000 Personen. Letztere arbeiteten in der Produktion, der Installation, oder in der Forschung und Entwicklung. Nur fünf Jahre später waren es nur noch 5500 Personen (siehe Grafik links).

Wie konnte es zu dieser Trendwende kommen? In China diktiert nicht der Markt, sondern der Staat die Nachfrage – auch in der Stromwirtschaft. Die nationale Energiebehörde (NEA – National Energy Agency) hat im Rahmen des 13. Fünfjahresplans 2016-2020 neue Vorgaben für den Zubau von Photovoltaik (PV-)Kapazitäten bis 2020 erlassen. Diese sehen neben Wasser- und Windenergie einen massiven Ausbau der Solarkapazitäten vor. Was die Energiebehörde beschliesst, betrifft die gesamte Solarbranche. China ist der mit Abstand grösste und wichtigste globale PV-Markt und Heimat der grössten Solarmodul-Hersteller wie Jinko Solar, Trina Solar, JA Solar oder Yingli Green Energy.

5/5 Sterne (4 Stimmen)

Zurück

Einen Kommentar schreiben