EKS ON!
(Kommentare: 0)

Energiesparen durch Uhren-Drehen? Ein Fehlgriff

November 2018 - Schon vergessen? Der vergangene Sonntag hatte 25 Stunden. Einmal mehr wurde an den Uhren gedreht – linksherum Richtung Winterzeit. Auf die Idee musste erst jemand kommen, aus Energiespargründen die Zeitumstellung einführen. Was für eine Energieverschwendung, wie sich im nachhinein herausstellen sollte.

Die Idee, die Zeit der Jahreszeit anzupassen, stammt aus vorindustrieller Zeit, kursierte bereits Ende des 18. Jahrhunderts. Die Sommerzeit – also eine Stunde mehr Licht – sollte Kerzenwachs sparen. Klar doch, stellt man im Sommer die Zeit um eine Stunde vor, gewinnt man eine Stunde Tageslicht – und der Bauer arbeitete länger, wenn es hell war. 1916 dann wurde aus einer Art Energiespargründen die MESZ (Mitteleuropäische Sommerzeit) eingeführt. Die Sommerzeit sollte die energieintensiven «Materialschlachten» des Ersten Weltkriegs unterstützen, indem durch die zusätzliche Stunde Helligkeit am Abend Kohle, Paraffin und Gas eingespart wurden. Danach folgten in Europa diverse Phasen des On und Off von Zeitumstellungen, bis als Folge der Ölkrise in den 1970er Jahren diverse europäische Länder die Zeitumstellung vollzogen hatten. Die Schweiz stellte 1981 um, da man keine Zeitinsel sein wollte. Lange Zeit war Ruhe – und plötzlich ist es fünf vor zwölf. Im Jahr 2019 will die EU der nervigen Umschalterei ein Ende setzen. Mitte 2018 hat die EU-Kommission eine Online-Umfrage zur Zeitumstellung mit eindeutigem Ergebnis durchgeführt: 84 Prozent, also etwa 4,6 Millionen EU-Bürger, haben sich gegen den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit ausgesprochen. Am 31. März 2019 soll die letzte verpflichtende Umstellung von Winter- auf Sommerzeit stattfinden. Die EU-Mitgliedstaaten sind jedoch frei, danach trotzdem noch an der Uhr zu drehen. Eine Energieverschwendung?

Zwar lässt sich durch Beleuchtung Energie sparen, aber…

Positive Auswirkungen auf Effektivität oder Energieverbrauch konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Heute aber wissen wir, dass durch die Sommerzeit kaum Energie gespart wird. Im Gegenteil: Bei der Beleuchtung lässt sich zwar durchaus Strom sparen. Die Heizkosten schiessen aber umso mehr in die Höhe. Im März, wenn wir auf Sommerzeit umstellen, ist es durchschnittlich um die 5 Grad kalt. Weil wir tendenziell früher aufstehen, läuft folglich die Heizung in den kühlen Morgenstunden auf Hochtouren. Und verbraucht oft mehr Strom zusätzlich, als wir mit der Beleuchtung sparen.

Zurück

Einen Kommentar schreiben