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Ist die Luft rein? Wenn Moose Auskunft geben

Fotos: us

16. August 2018 - Luft ist eines der wichtigsten Lebensmittel. Und wie alle Lebensmittel soll auch sie nicht durch Schadstoffe belastet sein. Wie nicht anders zu erwarten, sind Luftschadstoffe weltweit und in der Schweiz unterschiedlich verteilt. Weshalb, wie und wo zeigen neuste Messungen – in Moosen.

Seit 1990 wird die Umweltbelastung in Europa mit Hilfe chemischer Analysen von Moosen untersucht. Zur Beurteilung der Schadstoffbelastung aus der Luft eignen sich Moose sehr gut, weil sie Wasser und alle Nährstoffe sowie Schadstoffe nicht über die Wurzeln, sondern direkt aus der Luft aufnehmen.

Die Verbesserung der Luftqualität seit Mitte der 1980er Jahre zeigt, dass die nationalen und internationalen Massnahmen zur Reduktion von Luftschadstoffemissionen erfolgreich sind. Dies wird auch durch die neuste Analyse der Belastung von Moosen durch Luftschadstoffe bestätigt. Die Belastung durch Metalle ist seit 1990 stark zurückgegangen und auch die Belastung durch PAK-Konzentrationen, die 2010 erstmals in Moosen gemessen wurden, ist rückläufig. Generell werden in der Südschweiz meist höhere und in den Zentralalpen die niedrigsten Werte gefunden. Vermutlich ist dies eine Folge der hohen Niederschlagsmengen und der Nähe zur hoch industrialisierten Poebene. Die Abbildung oben zeigt die PAK-Konzentrationen der Schweiz im Vergleich mit Schweden, Norwegen und Lettland.

Nationale und internationale Anstrengungen sind am Laufen

Neben der rückläufigen Belastung der meisten untersuchten Substanzen gibt es nach wie vor Stoffe, deren Konzentrationen kaum ab-, sondern leicht zunehmen. So zeigen erhöhte Stickstoffgehalte in Moosen, dass dieser Nährstoff vielerorts im Überfluss vorhanden ist. Es laufen nationale und internationale Anstrengungen, das Problem mit Einbezug der Landwirtschaft in den Griff zu bekommen. Auch bei flüchtigen organischen Verbindungen (Vorläuferstoffe für Ozon), beim lungengängigen Feinstaub sowie bei krebserregenden Stoffen wie Benzol, Benzopyren und Russ bleibt einiges zu tun, damit jetzt und in Zukunft für Mensch und Umwelt das Lebensmittel Luft in gesunder Qualität verfügbar ist.

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