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Kryptogeld – ein Energieschlucker par excellence

Zu den energieintensiven Servern gigantischer IT-Anlagen und den Computerfarmen von Cloud-Anbietern kommt jetzt auch noch das Auf und Ab digitaler Geldschürfer. Für die Herstellung von Kryptowährungen benötigen Computer enorme Rechenleistungen

Als ihm wieder einfiel, dass er mal Bitcoin als Zahlungsmittel für eines seiner Alben akzeptiert hatte, stellte er fest, dass seine Bitcoin-Sammlung mittlerweile mehr als sieben Millionen Dollar wert war. Er habe völlig vergessen, dass er diesen Unsinn je gemacht habe, gab der amerikanische Rapper mit dem vielsagenden Namen 50 Cent zu Protokoll. Wie auch immer. Das Börsen-Phänomen Kryptogeld und die ihm zugrunde liegende Technologie Blockchain produziert derzeit in hohem Takt Nachrichten von anschwellenden und absackenden Diagrammkurven: Vor wenigen Wochen zog der Kurs des Branchenprimus' Bitcoin bis zur Marke von 20000 US-Dollar an, dann ein Sturz unter 13000 US-Dollar, dann wieder aufwärts. Ob dermassen hoher Schwankungen innert kürzester Zeit stutzt mancher Finanzexperte. Nicht zuletzt auch deswegen, weil das Kryptogeld wegen seiner Anonymität häufig im Bereich Cyberkriminalität zum Einsatz kommt. So werden im Internet nicht nur viele Opfer von Erpressungstrojanern aufgefordert, das Lösegeld in Form von Bitcoins zu leisten, Sorgen macht auch der enorm hohe Energiebedarf, der insbesondere beim Erzeugen neuer Bitcoins in gigantischen Rechenzentren entsteht.

Alle weltweit zum Mining (zu Deutsch: Schürfen) von Kryptowährungen eingesetzten Rechner könnten laut Medienberichten bereits 2018 so viel Strom aus dem Netz ziehen wie ganz Argentinien. Das Internetportal Digiconomist, das sich auf solche Kalkulationen spezialisiert hat, beziffert den Verbrauch der entsprechenden Hardware zurzeit auf über 45 Terawattstunden. Das entspricht in etwa dem, was 11 Millionen Haushalte in der westlichen Welt jedes Jahr benötigen, um Kühlschränke, Fernseher und andere Elektrogeräte zu betreiben.

Zu den stromfressenden Servern von Google & Co. und den Computerfarmen von Cloud-Anbietern wie Amazon oder Microsoft kommt jetzt auch noch der Verbrauch der Geldschürfer. Einzelne Länder bekommen den Energiehunger bereits zu spüren. Die Miner haben ihre grossen Server vor allem dort aufgebaut, wo Energie günstig ist – etwa weil der Strom durch die Regierungen subventioniert wird. Oder aber weil er leicht zu gewinnen ist, zum Beispiel aus Wasserkraft oder Geothermie, wie etwa in Island. Offenbar drehen digitale Geldschürfer aus Energiespargründen jeden Cent um – auch im niederstelligen Bereich.

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