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Uhren unter Strom – Gehen sie wieder richtig?

Es war ein seltsames Phänomen, das zum Jahresbeginn 2018 ganz Europa beschäftigte: Backofenuhren und auch mancher Radiowecker tickten wochenlang hinterher. Inzwischen soll das Problem behoben sein. Wirklich?

Wie ekson.ch berichtete, gingen in ganz Europa die sogenannten Synchronuhren, die sich am Stromnetz als Frequenzgeber bedienen, minutenlang nach. Ursache war nicht, wie zunächst vermutet wurde, etwa die Kälte, sondern ein Mangel im europäischen Stromnetz. Dieses war aus dem Takt geraten, weil Energie fehlte. Konkret: Ein Streit zwischen Serbien und Kosovo führte dazu, dass im europäischen Stromnetz zu wenig Strom eingespeist wurde. Deshalb rutschte die Netzfrequenz wochenlang unter 50 Hertz, und zwar durchschnittlich auf 49,996 Hertz. Diese kleine Abweichung war zwar nie eine Gefahr für das Stromnetz, reichte aber aus, um die genannten Uhrentypen aus dem Takt zu bringen. Bis Anfang März summierte sich die Abweichung immerhin auf sieben Minuten.

Inzwischen ist der Rückstand aufgeholt. Obwohl der Konflikt zwischen Kosovo und Serbien noch nicht gelöst ist, haben die restlichen europäischen Netzbetreiber ihren anfänglichen Widerstand aufgegeben - sie wollten nicht wegen eines politischen Konflikts aushelfen - und sind in die Bresche gesprungen, wie der europäische Verbund der Netzbetreiber ENTSO-E meldet. Sie haben die fehlende Menge von 113 Gigawattstunden ersetzt. Während des Monats März haben sie regelmässig mehr Strom eingespeist und die Netzfrequenz im Durchschnitt auf 50,01 Hertz gehalten. Dies hat nun zur Folge, dass der Zeitrückstand der Uhren bis auf etwa 20 Sekunden aufgeholt ist. Sofern niemand die Zeit verstellt hat. Wer allerdings vor Wochen an der Uhr gedreht hat, um sie zu korrigieren, muss jetzt wieder ran. Diese Uhren gehen nun die korrigierten Minuten vor.

Die Zeit mal anders gelesen

Ein anderes Phänomen, was die Zeitanzeige betrifft, spielt sich zur Zeit beim Bahnhof St. Gallen ab. Dort wundern sich Passanten über die Bedeutung der Kreuze, Kreise und Quadrate an der Frontfassade der Ankunftshalle. Es handelt sich um eine Uhr des Künstlers Norbert Möslang, welche die Zeit im binären Modus anzeigt. Die Kreise zeigen die Stunden an, die Kreuze die Minuten und die Quadrate die Sekunden. Die Kolonnen stehen von rechts nach links für 1, 2, 4, 8, 16 und 32. Die Zeit ergibt sich daraus, dass man die pro Reihe gleichzeitig leuchtenden Symbole addiert und dann kombiniert

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