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Umweltprüfung Schweiz – mal top, mal flop

In Sachen Energieverbrauch, Verkehr und Landwirtschaft gibts Lob. Weniger gute Noten erhält die Schweiz von der OECD beim Konsumverhalten, beim Abfallvolumen sowie beim Artenschutz.

«Die Schweiz hat Schritte unternommen, um die Umwelt zu verbessern was Landwirtschaft, Energie und Verkehr betrifft», schreibt die OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in ihrem neusten Umweltbericht, der dieser Tage in Bern vorgestellt wurde. Was Recycling und die Treibhausgase betreffe, sei die Schweiz in der OECD geradezu eine Musterschülerin. Mit den hohen Anteilen an erneuerbaren Energien sowie einer Wirtschaft, die vom Dienstleistungssektor dominiert wird, verfügt die Schweiz heute über die kohlenstoffärmste Wirtschaft in der OECD. Die fossilen Brennstoffe machen etwa die Hälfte des Gesamt-Primärenergieaufkommens aus, was deutlich unter dem OECD-Anteil von 84 % liegt. So viel zum Lob. Gerügt werden allerdings das Konsumverhalten und die Abfallmengen sowie die Gefährdung vieler Arten. Insbesondere bei Artenschutz und Wasserqualität müsse die Schweiz nachbessern. Acht Fischarten seien bereits ausgestorben, von den übrigen seien 70 Prozent gefährdet oder bedroht.

Geradezu schlechte Noten gibt es, wenn es um Siedlungsabfälle geht: Mit 742 Kilo pro Person pro Jahr produziert die Schweiz eindeutig zu viel Abfall und belegt hinter Dänemark den unrühmlichen zweiten Rang (siehe Grafik links). «Wir sind dabei, eine Strategie auf die Beine zu stellen, um die Abfallmenge zu reduzieren», sagt Marc Chardonnens (Bild oben), Direktor des Bundesamtes für Umwelt Bafu. Immer noch würde ein Drittel von nicht benötigten Lebensmitteln im Abfall landen, was nicht sein dürfe.

42 Empfehlungen

Die ersten Umweltprüfberichte wurden 1998 und 2008 veröffentlicht. Der Bericht 2017 ist der dritte. Darin werden Entwicklungen, Strategien und Resultate geprüft, Schlussfolgerungen gezogen und Empfehlungen gemacht – 42 sind es im aktuellen Bericht, den das Bafu begrüsst, wie es schreibt. «Wir werden die Resultate und Empfehlungen analysieren und mit den Kantonen und weiteren Interessengruppen als Grundlage nutzen, um die Belastung der Umwelt zu reduzieren», liess sich Bafu-Direktor Marc Chardonnens in der Mitteilung zitieren. Die Empfehlungen zur Senkung der Belastung mit Nährstoffen und Pestiziden sollen laut Bafu in die Agrarpolitik ab 2022 einfliessen sowie in den vom Bundesrat verabschiedeten Aktionsplan Pflanzenschutzmittel.

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