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Aus Mikroorganismen lassen sich schon heute Biodiesel, Bioethanol und Biogas gewinnen. Doch können sie fossile Brennstoffe mittelfristig ersetzen? Was die Mobilität betrifft, leistet Japan zur Zeit mit Algen mächtig Vorschub.

Algensprit ist nur ein Beispiel dafür, wie Forscher und Konzerne heute auf organisches Material setzen, um die Erzeugung von umweltfreundlicher Energie anzukurbeln. Ganz neu ist der Gedanke auch nicht – mit Raps, Soja und Mais wollte man so schon einmal die Energiewende einläuten. Doch der Anbau dieser Pflanzen zur Treibstoffgewinnung ist weltweit umstritten: Denn Äcker, die Treibstoff produzieren, produzieren keine Nahrung. Mikroalgen wären ein Ausweg aus diesem «Teller-Tank-Dilemma». Algen benötigen im Gegensatz zu Landpflanzen kein wertvolles Ackerland, um zu wachsen, vermehren sich sehr viel schneller und produzieren entsprechend deutlich mehr Biomasse pro Fläche. Auch an Wasser haben sie keine hohen Ansprüche und geben sich mit Salz-, Brack- oder Abwasser zufrieden. Experten sind davon überzeugt: Das Potenzial des «grünen Goldes» ist enorm.

Japan forciert derzeit seine Anstrengungen zur Kultivierung von Algen als Quelle für Biotreibstoff, um sich damit eine neue Energie-Ressource zu erschliessen. Der zur Toyota-Gruppe gehörende Autoteile-Zulieferer Denso will im April kommenden Jahres ein umfangreiches Testzentrum für die Kultivierung von Algen im Westen Japans in Betrieb nehmen. Bis 2018 plant Denso breit angelegte Kultivierungstechniken serienreif entwickelt zu haben.

Im Rahmen des neuen grossen Projekts werden ausserdem neue Verfahren entwickelt, um mit Hilfe von Mikrowellen das Öl in effizienterer Weise in Biotreibstoff umzuwandeln. Dabei handelt sich um eine der grössten Anlagen für derartige Tests in Japan.

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