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In der kalten Jahreszeit ist der Stromverbrauch naturgemäss höher. Normalerweise ist das kein Problem. Doch im Winter 2015/2016 könnte es aufgrund einer Verkettung verschiedener Faktoren Probleme geben.

Die Energiereserven für den kommenden Winter seien aufgrund einer Verkettung besonderer Umstände knapp, teilt der nationale Übertragungsnetzbetreiber Swissgrid mit. Die Flüsse würden wenig Wasser führen, die Stauseen seien unterdurchschnittlich gefüllt und Beznau stehe still. Bei Beznau 1 wurden Unregelmässigkeiten im Grundmaterial des Reaktordruck-behälters festgestellt - und der Betreiber Axpo rechnet derzeit nicht mit einem Wiederstart vor Ende Juli 2016. Block 2 geht voraussichtlich Ende des laufenden Monats wieder ans Netz.

Der Austausch von Energie mit dem Ausland erfolgt zu 90 Prozent über das 380-Kilovolt-Netz. Die Bandenergie, welche den Grundbedarf an Strom in der Schweiz abdeckt, läuft aber über das 220-Kilovolt-Netz. Der ausländische Strom muss also zuerst auf tiefere Netzebenen transformiert werden, was nicht unbegrenzt möglich ist. Durch den Ausfall der Axpo-Kernkraftwerke Beznau 1 und 2 fehle ein grosser Teil an Bandenergie im Höchstspannungsnetz (220 Kilovolt) in der Höhe von 720 Megawatt, schreibt Swissgrid. Swissgrid hat Massnahmen ergriffen, um die Kapazität auf den Transformatoren möglichst optimal auszunutzen. Auch die zuständigen Behörden seien informiert; man beobachte die Energie- und Netzsituation laufend und werde über die weitere Entwicklung informieren, heisst es.

Speicherseen unterdurchschnittlich gefüllt

Für diesen Winter komme neben dem Ausfall von Beznau hinzu, dass die Flüsse aufgrund des trockenen Sommers und Herbstes im langjährigen Schnitt deutlich weniger Wasser führten, was zu geringerer Stromproduktion aus Laufwasserkraft führt. Auch die Speicherseen sind unterdurchschnittlich gefüllt, wie Füllstandkurven des Bundesamts für Energie (BFE) zeigen.

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