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Manche Elektrogeräte verbrauchen mehr Strom als auf der Energieetikette steht. Eine Studie macht dafür veraltete Tests verantwortlich. Veraltet sind auch die Energielabels für Elektrogeräte, weshalb das EU-Parlament neue einführt.

Die jahrelange Diskussion um die Notwendigkeit des Energiesparens hat bei elektrischen Geräten inzwischen zu einem Punkt geführt, an dem das Energielabel zu einem wichtigen Kaufargument geworden ist. Doch wie die dortigen Angaben zustande kommen, ist oft weit von der Praxis entfernt. Eine europaweite, gemeinsame Studie der Umweltschutzorganisationen Clasp, Ecos, EEB und Topten zeigt, dass die Energiewerte im Normalbetrieb oft drastisch von den Angaben der Hersteller abweichen - um 30 Prozent und mehr.

So kritisiert die 43-seitige Studie unter anderem, dass der Energieverbrauch von Kühlschränken mit leeren Fächern und ohne ein Öffnen der Tür gemessen werde. Daher sei der angegebene Verbrauch um bis zu 32 Prozent geringer, als wenn innerhalb eines Testzyklus von zwölf Stunden während einer Zeitspanne von zwei Stunden mehrfach kurz die Tür geöffnet würde Bei Geschirrspülern werde als Referenzprogramm die sparsamste Variante angegeben, obwohl den Nutzern je nach Extrafunktionen bis zu 50 Varianten zur Verfügung stünden.

Zahlreiche Schwächen sieht die Studie bei den Testprogrammen für Fernseher. So werde ein Referenzvideo aus dem Jahr 2007 genutzt, das noch keine neuen Formate wie Ultra High Definition (4K) oder High Dynamic Range (HDR) berücksichtige.

EU hat neue Energielabels beschlossen

Die EU hatte jüngst eine Neuregelung der Energielabels beschlossen. Die Kennzeichnung von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern mit Labels wie A++ oder A+++ wird abgeschafft und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzt. Mit dem besseren Energielabel und einer energiesparenden Konstruktion der Geräte sollen Haushalte nach Schätzungen der EU-Kommission fast 500 Euro im Jahr sparen.

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