Projekt mit Langzeitwirkung

Im Februar 2022 startet das Forschungsprojekt «Social Power Plus: Wir sind die Energiesparfüchse». Rund 100 Kundinnen und Kunden der EKS machen dabei mit. Evelyn Lobsiger-Kägi vom Institut für Nachhaltige Entwicklung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) über Vorbereitungen und Ziele des Projekts.

«Um dauerhaft Energie zu sparen, müssen wir unsere Gewohnheiten ändern.»

Evelyn Lobsiger-Kägi
Evelyn Lobsiger-Kägi

Wie ist die Idee zu dem Projekt entstanden?
Evelyn Lobsiger-Kägi: Da kamen mehrere Elemente zusammen. Zum einen stammt ein Drittel des Energieverbrauchs der Schweiz aus privaten Haushalten. Es gibt in diesem Bereich also grosses Sparpotenzial. Zudem verfügen immer mehr Haushalte über moderne Smart
Meter, die enorm viele Daten zum Energieverbrauch liefern. Die Haushalte können diese Daten aber bisher nicht nutzen. Für das Projekt haben wir daher eine App entwickelt, die den Teilnehmenden unter anderem die Daten vom Smart Meter anzeigt. So sehen sie, ob und wann ihr Energieverbrauch sinkt.

Warum haben Sie sich für eine App entschieden?
Heutzutage ist das Smartphone immer dabei. Dadurch sehen die Teilnehmenden jederzeit, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Ausserdem konnten wir in die App spielerische Elemente integrieren. Zum Beispiel werden die Teilnehmenden aufgefordert, ihre Raumtemperatur zwei Wochen lang um ein Grad zu senken. So können sie ausprobieren, wie sich das auf den Verbrauch auswirkt – und schauen, ob sie diese Veränderung beibehalten wollen. Und schliesslich gibt es Energiesparwettbewerbe zwischen den drei teilnehmenden Regionen – Schaffhausen, Winterthur und Biel.

Wie viel können private Haushalte denn wirklich beim Energieverbrauch sparen?
Das lässt sich schwer sagen. Wir wissen aus früheren Forschungsprojekten, dass Menschen unterschiedlich viel verbrauchen.Durchschnittlich acht Prozent weniger Stromverbrauch konnten wir in einem ähnlichen Projekt beobachten.

Wer macht bei Social Power Plus mit?
Das lässt sich grob in drei Gruppen einteilen: Da gibt es die Technikinteressierten, oft Hausbesitzende. Dann gibt es eine Gruppe, die bewusst Energie und Ressourcen und auch Geld sparen möchte. Die dritte Gruppe besteht aus Personen, die sich für den Umweltschutz engagieren und dem Klimawandel entgegenwirken möchten.

Werden die Teilnehmenden nur für die Projektdauer den Verbrauch senken oder dauerhaft?
Um dauerhaft Energie zu sparen, müssen wir unsere Gewohnheiten ändern. Wir haben daher die App in einem Co-Kreationsprozess mit 50 Privatleuten entwickelt. Dabei haben auch Kundinnen und Kunden der EKS mitgemacht. Diesen Privatpersonen war es besonders wichtig, dass man sich selbst Ziele setzen kann. Dieses Element haben wir daher auch in die App integriert. Die Hoffnung ist, dass alle die selbst gesteckten Ziele erreichen und halten werden.

Projektablauf

  • Herbst 2021: Anmeldung der teilnehmenden Haushalte aus Schaffhausen, Winterthur und Will
  • Bis Jahresende 2021: Installation von Sensoren neben dem Stromzähler bei den Teilnehmenden aus Schaffhausen
  • Februar bis April 2022: offizielle Projektphase mit Nutzung der App und regionalen Wettbewerben
  • Mai 2022 bis Januar 2023: freiwillige Weiternutzung der App
  • Ab Januar 2023: Auswertung durch das Forschungsteam

Das Forschungsprojekt

Das Projekt «Social Power Plus: Wir sind die Energiesparfüchse» wird von den zwei Fachhochschulen ZHAW (Winterthur) und SUPSI (Tessin) durchgeführt. Es handelt sich um einen Energiespar-Wettbewerb in Kooperation mit den drei Energieversorgungsunternehmen EKS, Stadtwerk Winterthur und TB Wil und dem Start-up für Energiedatenanalyse «clemap».

www.socialpower.ch

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