Geothermie

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Das Geothermie-Projekt in der Stadt St. Gallen wird gestoppt. Noch weiter geprüft wird die Möglichkeit, über das 4450 Meter tiefe Bohrloch Erdgas zu fördern. Der Entscheid hat bereits unterschiedliche Auswirkungen auf weitere Projekte in der Schweiz.

Fredy Brunner

Die Stadt St. Gallen hat ihre Pläne für ein grosses Geothermie-Kraftwerk begraben. Mitte Jahr will der Stadtrat entscheiden, ob für die Gasförderung im Sittertobel ein Langzeittest – voraussichtlich im Winter 2015/2016 – durchgeführt oder das Projekt komplett beendet wird. Für den Entscheid, das Geothermie-Projekt in der ursprünglich geplanten Form zu stoppen, nannte Stadtrat Fredy Brunner mehrere Gründe: Die in der Tiefe gefundene Heisswassermenge ist für ein Kraftwerk viel zu klein. Hinzu kommt das Risiko weiterer Erbeben und das finanzielle Risiko für die Stadt. Bis Mitte Jahr wird die Stadt voraussichtlich 55 Millionen Franken ins Geothermie-Projekt und die vorangegangenen seismischen Untersuchungen «verlocht» haben. 19 Millionen davon übernimmt das Bundesamt für Energie (BFE), das eine Risikogarantie zusicherte.

Weiteren Medienberichten zufolge legt auch die BKW (Bernische Kraftwerke AG) ihr Geothermieprojekt auf Eis. Derzeit laufen im Kanton Thurgau zwei Geothermie-Projekte. In Etzwilen sind die Arbeiten bereits weiter fortgeschritten, im Oberthurgau kam es zu einem Stopp, weil man die St.Galler Resultate abwarten wollte. Trotz des Abbruchs in St.Gallen werden diese beiden Projekte nun weitergeführt.

Hans Rudolf Meier

Wilchingen: Geothermie bereits 1984

Hans Rudolf Meier, Gemeindepräsident von Wilchingen, hat in seinem Haus bereits 1984 eine Geothermieanlage eingebaut. Vermutlich als einer der ersten privaten Bürger der Schweiz, wie er im Gespräch mit EKS ON! betont. Auf die Frage, ob Geothermie auch für die Gemeinde Wilchingen eine Option ein könnte, antwortet er, dass die Technik interessant sei und ergänzt: «Allerdings liegt Wilchingen auf einer Schotterschicht, die Möglichkeiten sind begrenzt. Wir können teilweise nicht tiefer als 50 Meter bohren».

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