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Zuerst war eines alleine, nun sind sie zu viert: Die Rede ist vom Nufenenpass und dessen Windrädern, die seit Herbst 2016 auf 2 500 Metern über Meer den höchstgelegenen Windpark Europas bilden.

Auf dem Nufenenpass, der das Oberwallis mit dem Kanton Tessin verbindet, wurde bereits 2011 eine Windkraft-Pilotanlage aufgebaut und eingeweiht. Die Voraussetzungen waren günstig, zumal durch das bestehende Wasserkraftwerk am Griessee eine Vorprägung des Naturraumes bereits seit Jahrzehnten gegeben war. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind an diesem Standort gering. Nachdem 2014 noch eine Einigung über Zusatzmassnahmen zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen erzielt werden konnte, stand dem Ausbau zum Windpark nichts mehr im Wege. Im Herbst 2016 konnte der Windpark um drei Anlagen auf vier aufgestockt werden.
Knappe Platzverhältnisse auf der Baustelle, die engen Serpentinen der Nufenenpassstrasse und der enge Zeitrahmen waren die grossen Herausforderungen dieser Hochgebirgsbaustelle und erforderten entsprechend logistische Höchstleistungen. Die drei neuen Windräder sind 131 Meter hoch und damit grösser als die Pilotanlage mit ihren 120 Metern. Die Rotorblätter mit einem Durchmesser von 92 Metern wurden mit Spezialfahrzeugen von Deutschland ins Wallis transportiert, über die letzten zweieinhalb Kilometer mussten sie über eine kleine gewundene Strasse bis zur Passhöhe gebracht werden (siehe unten).

Die Netzeinspeisung erfolgt mit einem neuen Transformator, der erstmals in der Schweiz einem Wasserkraftwerk und einem Windpark dient. Die prognostizierte Produktion des Windparks beläuft sich auf rund 10 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr. Dies entspricht ungefähr dem Stromverbrauch von 2 850 Haushalten. Die bisherigen Erfahrungen mit der Pilotanlage zeigen, dass rund 60 Prozent der Produktion im Winterhalbjahr anfällt – also dann, wenn der Stromverbrauch besonders hoch ist. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Franken. Der höchste Windpark Europas ist im Besitz der Gries Wind AG. Aktionäre sind die SwissWinds GmbH (70 Prozent), Energie Wasser Luzern (ewl) (20 Prozent) und die regionale Baufirma Gombau AG (10 Prozent).

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