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Seit Tagen ringen Politiker und Wissenschaftler um die Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris – nun erhöhen UN-Experten den Druck auf die Teilnehmer der Klimakonferenz in Marrakesch. Sie warnen vor neuen Rekordwerten bei klimaschädlichen Treibhausgasen.

Das laufende Jahr dürfte einen neuen Wärmerekord brechen: 2016 wird das heisseste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globalen Temperaturen lagen ungefähr 1,2 °C über dem Niveau des vorindustriellen Zeitalters, berichtet die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) am nordafrikanischen Konferenzort Marrakesch. Das bisherige Rekordjahr 2015 dürfte damit nach dieser vorläufigen Schätzung noch übertroffen werden.

Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen Ende des 19. Jahr-
hunderts sei es so warm gewesen wie in diesem Jahr. Einzelne Hitzerekorde wurden etwa im südafrikanischen Pretoria (42,7 °C), in Thailand (44,6 °C) und Indien (51 °C) aufgestellt.

Aber auch weltweit wurde erneut ein Temperaturanstieg verzeichnet: Von Januar bis September lag die weltweite Durchschnittstemperatur den UN-Angaben zufolge rund 1,2 °C über dem vorindustriellen Zeitalter und 0,88 °C über der Durchschnittstemperatur von 1961 bis 1990. Was die UN-Experten besonders beunruhigt: In den arktischen Gebieten Russlands lagen die Temperaturen in diesem Jahr sogar 6 bis 7 °C über dem langjährigen Durchschnitt. In anderen arktischen und subantarktischen Regionen in Russland, im US-Bundesstaat Alaska und im Nordwesten Kanadas war es mindestens 3 °C wärmer.

Bei der Klimakonferenz in Marrakesch, die am Montag in die zweite Woche ging, geht es um die Umsetzung der Klimaschutzziele von Paris. Wie ekson.ch berichtete, hatte sich die Weltgemeinschaft im Dezember 2015 in der französischen Hauptstadt darauf verständigt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Mass von deutlich unter zwei Grad und möglichst unter 1,5 °C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Sollten sich die Vorhersagen der WMO bestätigen, ist dieser Wert nun allerdings schon fast erreicht. Einen endgültigen Jahresbericht legen die Klimaexperten der UN Anfang 2017 vor.

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