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In Paris beginnt Ende November 2015 der UNO-Klimagipfel. Vereinbart werden soll ein neues weltweites Abkommen zur Reduzierung der Treibhausgase. Das Ziel ist bekannt, die Erwartungen sind hoch, die Meinungen verschieden, die Hoffnungen intakt. Eine kurze Auslegeordnung.

Frankreich hat angekündigt, trotz der blutigen Anschläge die Klimakonferenz wie geplant in Paris durchzuführen. Mehrere Tausend Delegierte, Journalisten und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen werden beim UNO-Klimagipfel vom 30. November bis 11. Dezember 2015 in Paris erwartet. Auch Präsident Barack Obama, der guter Dinge ist, wird daran teilnehmen. Umweltministerin Doris Leuthard reist ohne Angst nach Paris und appelliert, die Glaubwürdigkeit der Schweiz nicht durch Ablehnung der Klimaziele zu gefährden.

Ziel der Vertreter von 195 Staaten ist es, ein Abkommen zur Begrenzung der Klimaerwärmung aushandeln. Ansonsten droht ein Schmelzen der Gletscher, ein Anstieg der Meeresspiegel sowie eine Zunahme von Stürmen und anderer extremer Wetterphänomene. Das Abkommen, das erstmals auch die Schwellen- und Entwicklungsländer zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstosses in die Pflicht nehmen will, soll das Kyoto-Protokoll ablösen.

«Dynamische Herangehensweise»

Die Begrenzung der Erderwärmung auf 2 °C kann noch erreicht werden. Zu dieser Einschätzung gelangte das UNO-Klimasekretariat vor Beginn der Klimakonferenz in Paris. 146 Länder reichten bis dahin ihre Reduktionsziele ein. Anderer Ansicht ist die UNO-Umweltorganisation (UNEP). Die bisherigen Zusagen der Staaten zur Reduzierung der Treibhausgase reichen nicht, um die Erderwärmung auf 2 °C zu begrenzen. Deshalb sollte eine «dynamische Herangehensweise» gewählt werden mit einer regelmässigen Erhöhung der Ziele und Massnahmen. Laut dem UNEP-Bericht würde die Temperatur bis zum Jahr 2100 um 3 bis 3,5 °C ansteigen, wenn es bei den Massnahmen bliebe, denen bis 1. Oktober 2015 146 Staaten zugesagt haben.

Um das Ziel zu erreichen, müsste laut dem sechsten «Emissions Gap Report» (Bericht zur Emissions-Lücke) bis zum Jahr 2030 der Ausstoss von Kohlendioxid von derzeit 52,7 auf 42 Gigatonnen reduziert werden. Selbst wenn alle Länder ihre bisherigen Zusagen einhielten, wird der Kohlendioxidausstoss aber bis zum Jahr 2030 etwa 54 Gigatonnen erreichen.

Alle Staaten sind sich einig, dass Paris nicht das Ende, sondern der Beginn sein müsse. Das Abkommen müsse die Staaten «zu zusätzlichen Massnahmen ermutigen», mahnt das UNO-Umweltprogramm.

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