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Die Klimaerwärmung wird die Schweizer Waldlandschaft grundlegend verändern: Trockenheit und steigende Temperaturen erhöhen die Waldbrandgefahr und fördern den Schädlingsbefall, wenn sich die Vegetationsgrenze rasant nach oben verschiebt.

Seit 1864 sind die Temperaturen in der Schweiz bereits um rund 1,8 Grad gestiegen. Auch wenn die im Klimaabkommen von Paris gesetzten Ziele erreicht werden, kommen noch weitere ein bis zwei Grad dazu. Gleichzeitig nehmen die Niederschläge im Sommer je nach Modell bis Ende des 21. Jahrhunderts zwischen fünf und 25 Prozent ab.

Diese Veränderungen werden den Bäumen stark zusetzen. Das passiere so schnell, dass sich die Bäume ohne menschlichen Eingriff wohl kaum daran anpassen können. Zu diesem Schluss kommt das Forschungsprogramm «Wald und Klimawandel», das der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) vermitteln die Resultate «einen für Mitteleuropa einmaligen Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Bäume und den Wald».

So rechnen die Forscher damit, dass in den tiefer gelegenen Bergwäldern mit der Verschiebung der Vegetationsgrenze um 500 bis 700 Meter nach oben anstelle von Nadelbäumen in Zukunft vermehrt Laubbäume wachsen werden.

Betroffen sei zum Beispiel die Fichte: Nicht nur werde sie anfälliger für den Befall durch Borkenkäfer, der Baum werde in tieferen Lagen auch seltener gedeihen. An ihrer Stelle würden dort Bäume wachsen, die besser mit Trockenheit umgehen können, wie zum Beispiel die Traubeneiche.

42 Projekte

 Das Forschungsprogramm «Wald und Klimawandel» wurde 2009 vom BAFU und dem WSL lanciert und wird 2017 abgeschlossen sein. Das Ziel war es, Grundlagenwissen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald und dessen Leistungen zu erarbeiten, und Strategien zur Anpassung an die Veränderungen und Entscheidungshilfen für die Praxis zu entwickeln.

An den 42 Projekten waren neben den Experten des BAFU und des WSL auch die Universität Basel, die ETH Zürich, das Paul Scherrer Institut, das Institut für angewandte Pflanzenbiologie in Schönenbuch, die Firma Meteotest und mehrere Ingenieurbüros beteiligt.

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