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Windräder gibts dort, wo der Wind weht. Zum Beispiel in der Nordsee. Zur Wahrung der Stabilität bräuchte es Windkraftanlagen aber auch anderswo, wie eine neue Studie zeigt. Etwa im Süden.

Windenergie wird europaweit immer wichtiger. In zehn europäischen Ländern wird bereits über zehn Prozent des Stroms mit Windrädern produziert, und zwar on- wie offshore. In Dänemark ist es bereits mehr als ein Drittel. Wenig erstaunlich, bläst der Wind doch rund um die Ost- und Nordsee am stärksten. Auf den ersten Blick macht es also Sinn, da zu investieren, wo die durchschnittliche Windgeschwindigkeit am höchsten ist. Allerdings werden dabei die Schwankungen nicht berücksichtigt – die Schwankungen zwischen Tagen, an denen der Wind sehr stark bläst, und Tagen, an denen Flaute herrscht. Solche Schwankungen haben ETH-Wetterforscher im Winter 2015/16 über der Nordsee beobachtet. Soweit nichts Besonderes. Die eigentliche Überraschung aber war die hohe Windproduktion, die gleichzeitig bei Spanien aufkam.

Das hat die ETH-Forscher dazu bewogen, erstmals das Wetterregime und die Windstromproduktion Europas über die letzten 30 Jahre zu vergleichen und systematisch auszuwerten. Dabei haben sie festgestellt, dass immer irgendwo in Europa Windkraft genutzt werden kann. Die Studie mit dem sperrigen Titel «Ausgleich der europäischen Windkraftleistung durch räumliche Bereitstellung aufgrund von Wetterregimes» ist nun in der Fachzeitschrift «Nature Climate Change» erschienen.

Ihr zufolge müssten künftig vor allem in Südosteuropa und in Nordskandinavien zusätzliche Windparks gebaut werden, um die Schwankungen zu minimieren. Vollständig könnten sie zwar nicht ausgeglichen, aber auf einem Niveau stabilisiert werden, das man heute schon kennt: auf ungefähr 20 Gigawatt, was der Leistung von 20 mittleren Atomkraftwerken entspricht.

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