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Das Mobilitätsverhalten ist im Umbruch – je länger je mehr arbeiten Autohersteller mit It-Start-ups zusammen. Jüngstes Beispiel: Ford und der US-Mitfahrdienst Lyft arbeiten bei selbstfahrenden Autos zusammen. Im Rahmen der Kooperation sollen ab 2021 selbstfahrende Autos eingesetzt werden.

Es sind noch keine zehn Jahre her, da konnte es bei Autoherstellern nicht hoch genug zu und her gehen. 5000 Meter über Meer waren gerade gut genug. So geschehen in den südamerikanischen Anden, wohin auch schon für die Präsentation der neusten SUVs die Fahrzeuge samt Catering und Journalistentross aus Europa eingeflogen wurden. Inzwischen hat sich auf den Märkten der Wind gedreht. Heute sind die grössten Konkurrenten der Autokonzerne nicht andere Autoproduzenten, die nicht mehr wissen, wie aufwendig sie die neusten Modelle im übersättigten Markt und im Dichtestress der Verkehrsnetze loswerden wollen. Sondern milliardenschwere IT-Start-ups, die sich Gedanken machen, wie Mobilität effizient und nachhaltig umgesetzt werden könnte.

Wenn Kunden künftig per E-Hailing ihre Mobilität ordern und Unternehmen wie Didi, Gett, Uber oder Lyft in einigen Jahren ihre Robotaxis auf die Strassen schicken, werden sie das Mobilitätsverhalten der Menschen verändern – und mit ihm die gesamte Automobilindustrie. Wenn die Autobauer also den Einfluss auf diese Entwicklung nicht völlig verlieren wollen, müssen sie auf den Trend aufspringen. Und der ist voll am Laufen.

Folgen für die Elektrizitätswirtschaft

Nur wenige Stunden nachdem die Wolfsburger im Mai 2016 ihren Einstieg bei Gett verkündet hatten, zog Toyota nach und meldete seine Beteiligung bei Uber. Die Japaner wollen im Rahmen des Deals unter anderem Uber-Fahrern Toyota-Fahrzeuge per Leasing anbieten oder verkaufen. Ausserdem soll die gemeinsame Entwicklung von Apps für Fahrer ausgelotet werden. Fiat Chrysler (FCA) setzt bei selbstfahrenden Fahrzeugen auf eine Kooperation mit Google. Keiner der grossen Autobauer will am Ende allein zurückbleiben. Die neusten Allianzen schmiedet Ford mit dem US-Mitfahrdienst Lyft. Im Rahmen der Kooperation sollen ab 2021 selbstfahrende Ford-Autos eingesetzt werden. Zunächst würden Mitarbeiter beider Firmen eine Software entwickeln, damit die Fahrzeuge mit den Smartphone-Apps von Lyft kommunizieren können, teilt der US-Autobauer mit. In einer Testphase sollen dann selbstfahrende Autos zwar schon mit dem Netzwerk von Lyft verbunden, aber noch nicht von Kunden genutzt werden können. Wann die ersten Lyft-Kunden Ford-Autos ohne Fahrer ordern können, blieb offen. Letztendlich wolle Ford aber Tausende selbstfahrende Autos einsetzen. Man lässt fahren – und ruft sich dafür einen Wagen per App in dem Moment herbei, in dem man ihn braucht. Und sollte es sich dannzumal durchwegs um E-Mobile handeln, sieht das nach zusätzlichen Herausforderungen für die Elektrizitätswirtschaft aus.

In einigen Regionen der Erde haben die Ride-Hailing-Anbieter bereits riesige Marktanteile. In China führt beispielsweise Didi Chuxing pro Tag 21 Millionen Fahrten durch, der Uber- und Lyft-Rivale ist dort in 400 Städten präsent und hat 400 Millionen Kunden.

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