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Mit dem Frühlingsbeginn wurde es finster: Die partielle Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 hätte zu Stromausfällen führen können. Netzwerkbetreiber in ganz Europa haben Vorkehrungen getroffen – auch in der Schweiz.

In der Schweiz ist der Anteil an Solarstrom mit rund einem Prozent zwar gering. Weil aber die Schweiz Bestandteil des europäischen Übertragungsnetzes ist und direkt an drei Länder mit hohem Solarstromanteil (Deutschland, Italien und Frankreich) grenzt, war auch unser Land betroffen. Wie in anderen Ländern auch wurde eine Task-Force eingesetzt, welche die Einflüsse der Sonnenfinsternis auf das Stromnetz untersuchte. Zur Vorbereitung auf das Ereignis haben ENTSO–E (European Network of Transmission System Operators for Electricity) auf europäischer und Swissgrid auf schweizerischer Ebene verschiedene Massnahmen getroffen. Swissgrid befasste sich mit diesem Naturereignis bereits seit letztem Sommer in enger Zusammenarbeit mit ENTSO-E.

Dabei ist das Problem nicht, dass es während der Sonnenfinsternis zu wenig Strom gäbe. Es ist vielmehr die Geschwindigkeit, mit welcher der Schatten des Mondes an einem wolkenlosen Tag die Leistung aller Photovoltaik-Anlagen in ganz Europa erst reduzieren, und dann wieder steigern würde. Die Sonnenfinsternis war ein Stresstest für das Stromnetz und den Strommarkt. Beide haben ihn mit Bravour bestanden.

Erst 2048 wieder soweit

Die potenziellen Auswirkungen einer Sonnenfinsternis seien noch nie so gross gewesen wie jetzt. Bei der totalen Sonnenfinsternis von 1999 machte die Photovoltaik in Europa gerade einmal 0,2% am Strommix aus, heute sind es 10%.

Die nächste Sonnenfinsternis mit einem vergleichbaren Bedeckungsgrad wird es erst 2048 geben. Dann könnte die Herausforderung auch für die Schweiz noch grösser werden – falls die Energiestrategie 2050 dannzumal wie vorgesehen umgesetzt ist.

 

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