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Bei der Produktion von Strom aus Wind und Sonne steht die Schweiz im europäischen Vergleich nicht gerade als leuchtendes Beispiel da. Gemäss einer Vergleichsstudie sind nur zwei Prozent «grüner Strom».

Die Schweiz sei ein «Entwicklungsland» bei der Stromproduktion aus Photovoltaik und Wind, schreibt die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) in einer Mitteilung. Gerade mal 168 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Kopf seien 2015 aus Sonne und Wind generiert worden; in Deutschland seien es 1 556 kWh gewesen. Die ersten Ränge belegen Dänemark, Schweden und Deutschland, die kräftig an Kapazitäten zugelegt haben. Geringer als in der Schweiz ist die Pro-Kopf-Produktion lediglich in Slowenien, der Slowakei, Ungarn und Lettland (siehe Grafik).

Die SES-Vergleichsstudie berücksichtigt nur die Produktion von Wind- und Solarstrom, nicht aber die Wasserkraft, die mit 59 Prozent die tragende Säule der Schweizer Stromversorgung ist. Das wirkliche Potenzial für den Zubau liege bei der Sonnen- und Windenergie, begründet die SES. Bei der Wasserkraft werde das Ausbaupotenzial auf nur noch etwa fünf Prozent geschätzt, weshalb man sie beim Vergleich weggelassen habe. Würde die Wasserkraft einbezogen, stünde die Schweiz in der europäischen Rangliste deutlich besser da.

Die Schweiz konnte in den vergangenen fünf Jahren auch kaum Plätze gut machen, wie die SES weiter feststellt. Einen wesentlichen Grund dafür sieht die Organisation in der zu geringen finanziellen Förderung der neuen erneuerbaren Energien. Auf der Warteliste für Fördergelder aus der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) stünden mehr als 37 000 Projekte. Würden all diese realisiert, läge die Schweiz bei der Pro-Kopf-Produktion immerhin im europäischen Mittelfeld, schreibt die SES.

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