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Die SBB stellen mit der Temperatur-Senkung in Bahnen die Frage nach der angemessenen Raumtemperatur. Es ist nicht die grösste, aber eine relativ kostengünstige Energiesparmassnahme der SBB.

Mit der Raumtemperatur ist das so eine Sache: Was den einen zu heiss ist, ist andern zu kühl. Das Wohlbefinden hängt zweifellos mit der körperlichen Aktivität zusammen (vgl. Tabelle rechts). Kommt hinzu, dass die gemessene und die gefühlte Temperatur individuell weit auseinander liegen können. Allein deswegen sind auch die Empfehlungen für die richtige Temperatur unterschiedlich. Für die Suva und das Seco liegt eine angenehme Raumtemperatur zwischen 21 und 23 Grad – allerdings für Büroräume. Energie Schweiz – das Energieffizienzprogramm des Bundes – empfiehlt 20 Grad in Wohn- und Aufenthaltsräumen. Und versäumt es nicht darauf hinzuweisen, dass mit jedem Grad Raumtemperatur sich die Heizkosten um 6 Prozent erhöhen.

Weitere Anstrengungen der Effizienzsteigerung

Nun aber war und ist der Bund mit seinen zahlreichen Unternehmen, die zusammen für rund zwei Prozent des schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich sind (entspricht rund 1,5mal der Energieproduktion des Kernkraftwerks Mühleberg), schon immer darauf bedacht, die Energieeffizienz zu steigern. (Ekson.ch hat wiederholt darüber berichtet.) Zu den einträglichsten Massnahmen zählt zweifellos die «Adaptive Lenkung» (ADL), mit der pro Jahr mehr als 72 Gigawattstunden (GWh) eingespart werden. In den jüngsten Anstrengungen nun wird aus Stromspargründen in einem Versuch die Raumtemperatur in einigen Zügen von 22 auf 20 Grad heruntergesetzt, wie die SBB mitteilten. Um zu erfahren, ob die Reisenden auch mit einer leicht tieferen Temperatur komfortabel reisen, werden sie sowohl in den wärmeren als auch in den kälteren Wagen befragt. Zudem können sie sich im Internet unter http://www.sbb.ch/temperatur dazu äussern.

Würde in allen über hundert Fahrzeugen der ersten Generation der Zürcher S-Bahn die Temperatur auf 20 Grad eingestellt, könnten laut SBB jährlich 1,6 GWh eingespart werden. Das entspricht dem Stromverbrauch von rund 400 Haushalten. Wird die Temperatur bei sämtlichen Fahrzeugen der S-Bahn des ZVV gesenkt, geht es um die Einsparung von 3,7 Gigawattstunden. Das entspricht laut SBB etwa dem Verbrauch einer Gemeinde mit rund 2 200 Einwohnern.

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