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Es ist ein weiterer kleiner Schritt in einem gigantischen Projekt sowohl in zeitlicher wie räumlicher Hinsicht: die Erweiterung des Felslabors Mont Terri zwecks Lagerung von Kohlendioxid und radioaktiver Abfälle. Neue Stollen und Nischen sollen ausgebrochen werden.

Nach 200 000 Jahren ist die Radioaktivität von verbrauchtem Uranbrennstoff auf den Wert des natürlichen Uranerzes gesunken. Wenn es nun darum geht, für mindestens 6000 Generationen eine Lagerstätte für ein Abfallvolumen im Umfang der Zürcher Bahnhofshalle erdbebensicher von der Biosphäre zu trennen, kann das nur durch die Einsargung in den Tiefen der Erdgeschichte gelingen, in denen in den nächsten paar 100 000 Jahren nichts geschieht, wie in den Millionen Jahren vorher. Vor allem aber darf es keine Wege geben, über die radioaktive Stoffe nach draussen gelangen können, wie Wasser und Gas, das durch Risse dringen oder durchs Gestein diffundieren kann. Der Opalinuston hat ein sehr gutes Abdichtungs- und Isoliervermögen. Und die Anforderungen an Mächtigkeit und Tiefenlage dieses Materials werden in einem Streifen von Genf bis Schaffhausen erfüllt. Für Untersuchungen liegt das Forschungslabor Mont Terri besonders günstig.

 

Seit der Eröffnung im Jahr 1996 sind rund 150 Experimente gestartet worden, auch langfristige, die heute noch laufen. Für neue Experimente indes hat es inzwischen keinen Platz mehr. Noch gibt es aber einige technisch-wissenschaftliche Fragen zu klären, bevor 2060 dereinst ein Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle bereit sein soll. Das Bundesamt für Landestopografie swisstopo als Betreiber hat deshalb beschlossen, das Felslabor zu erweitern. Bereits im Dezember 2016 hat der Standortkanton Jura das entsprechende Gesuch bewilligt. Die öffentliche Ausschreibung der Arbeiten ist nun am Laufen.

Die 16 multinationalen Partner haben für die nächsten zehn Jahre ein neues Forschungsprojekt mit rund 50 Vorschlägen zu Fragen der Tiefenlagerung (radioaktive Abfälle, CO2-Lagerung) erarbeitet. Dabei geht es beispielsweise um die Optimierung der technischen Barrieren oder die Frage, wie man ein Tiefenlager versiegelt. Dazu werden nun rund 600 m neue Stollen und Nischen im südlichen Teil des Felslabors ausgebrochen. Die Kosten von rund vier Millionen Schweizer Franken werden von den 16 Projektpartnern getragen. Die Ausbrucharbeiten im Fels sind bis Mitte 2019 abgeschlossen.

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