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Ein bekannterweise grosses Problem bei den erneuerbaren Energien ist die Frage der Speicherung. Nun läuft im Bodensee ein Test, der zeigen soll, ob sich überschüssiger Strom in einer Betonkugel unter Wasser speichern lässt.

Es ist Herbst, es ist sehr windig, und die Windparks leisten ganze Arbeit, produzieren viel Energie. Aber wohin damit? Das Netz kann nicht alles aufnehmen, also muss die Energie zwischengelagert werden. Sogenannte PSW, Pumpspeicherkraftwerke, sind eine Möglichkeit, brauchen aber viel Platz. Und sie sind aufgrund des erheblichen Eingriffs in die Ökologie und ins Landschaftsbild manchen ein Dorn im Auge.

Wie wärs mit Versenken? Im Bodensee zum Beispiel. Dort zog dieser Tage ein Boot ein stattliches Objekt, befestigt an grossen, gelben Luftkissen, über das Wasser und versenkte die Kugel mit einem Durchmesser von drei Metern an geeigneter Stelle bei Überlingen. Die Wissenschaftler wollen erforschen, ob die Kugel Energie speichern kann. Und zwar mit der Kraft des Wassers. Das geht so: Ist an Land überschüssiger Strom da, so kann man mit ihm das Wasser aus der Kugel pumpen. Die Energie wird also an das Wasser abgegeben. Sobald Strom gebraucht wird, fliesst das Wasser wieder in die hohle Kugel hinein. Die Energie wird also zurückgeholt. Dort treibt das Wasser eine Turbine an, die wieder Strom erzeugt. So liefert die Kugel je nach Bedarf Strom – oder speichert die Energie von überschüssigem Strom.

Ob diese Idee tatsächlich funktioniert, wollen die Forscher in den nächsten Wochen im Bodensee überprüfen.

Test im Bodensee hat Vorteile

Bei dieser Aktion handelt es sich um einen Test. Später soll die Technik dann im Meer eingesetzt werden – und zwar im Umfeld von Offshorewindparks. Dann sollen Kugeln mit 30 Metern Durchmesser zum Einsatz kommen. Der Test im Bodensee hat zwei wichtige Vorteile gegenüber Untersuchungen im Meer. Zum einen ist Süsswasser weniger aggressiv als Salzwasser. Zum anderen können die Wissenschaftler am Bodensee leichter vom Ufer aus arbeiten. Überlingen ist besonders geeignet, weil dort das Wasser schon in Ufernähe sehr tief ist – bis zu hundert Meter.

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