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Ein Stichwort wurde wiederholt thematisiert: «Blackout». Zwar sei die Schweiz dagegen gut vorbereitet, dennoch sollten die Pläne laufend verbessert werden, war an dem mit prominenten Rednern besetzten Stromkongress zu vernehmen.

Am 11. Stromkongress 2017 in Bern, an dem sich Mitte Januar über 400 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Strombranche beteiligten, wies Bundesrat Guy Parmelin (rechts im Bild) darauf hin, dass das Risiko für einen Blackout durchaus real sei. In einem solchen Fall würden langanhaltende Stromausfälle oder auch Stromengpässe nicht nur die Sicherheit gefährden, sondern hätten auch weitreichende wirtschaftliche Auswirkungen. Die Kosten für einen Blackout beliefen sich laut dem Verteidigungsminister – der auch den Bevölkerungsschutz verantwortet – auf zwei bis vier Milliarden Franken pro Tag. Deshalb soll sich die Schweiz gegen einen möglichen Energie-Blackout wappnen. Die Sicherheitsverbundsübung im Jahre 2014 habe laut Parmelin zwar gezeigt, dass Bund und Kantone gut vorbereitet seien, um eine solche Krise zu bewältigen. Aus der Übung habe man auch die Lehre gezogen, dass einzelne Interventionspläne durchaus noch verbessert werden könnten: «Zentral bleibt, dass Dienstleister – ob Banken, Telekommunikationsfirmen oder Grossverteiler – die Risiken eines Blackouts in ihren Strategien einplanen», sagte Parmelin. Ebenfalls müsse die Bevölkerung stärker darauf sensibilisiert werden und etwa wieder vermehrt Grundvorräte anlegen.

Neue Geschäftsmodelle gefragt

Für die Versorgungssicherheit übernehme die Energiewirtschaft weiterhin Verantwortung, sagte Kurt Rohrbach (links im Bild), Präsident des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), in seiner Rede zur Eröffnung des Stromkongresses. «Energie soll auch in Zukunft ausreichend und erschwinglich verfügbar sein», skizzierte er seine Vision. Aber der Energiemarkt befinde sich im Umbruch. Die aktuelle Situation der Energiebranche verglich Rohrbach mit der Lage der Hotellerie angesichts der Konkurrenz von Airbnb. Auch in der Stromwirtschaft würden die Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten immer mehr verschwimmen. Ein Umdenken und neue Geschäftsmodelle seien gefragt. «Langfristig streben wir in der Schweiz mit Nachdruck eine CO2-arme Energieversorgung und Stromproduktion sowie umweltgerechte Lösungen an.»

Wenig Begeisterung zeigte Kurt Rohrbach für die Blackout-Serie von SRF, die das Thema neulich ausführlich behandelt hatte. Die Branche sei bei weitem nicht so «naiv», wie das dargestellt worden sei, betonte er.

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