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In den kommenden Wochen wird der «Swiss Trolley plus» getestet – ein Hochleistungs-Trolleybus, der batteriebetrieben längere Fahrten ohne Fahrleitung meistert. Die Batterie wird während der Fahrt aufgeladen.

Während die heute eingesetzten Trolleybusse erst auf kurzen Teilstrecken ohne Fahrleitung verkehren, ist der zukünftige Hochleistungs-Trolleybus «SwissTrolley plus» in der Lage, bis zu 30 Kilometer ohne Verbindung zur Oberleitung im Batteriemodus zurückzulegen. Dabei muss das Fahrzeug weder an einer E-Tankstelle aufgetankt werden, noch entstehen Engpässe im Versorgungsnetz. Möglich macht das neben einer sogenannten Traktionsbatterie ein ausgeklügeltes Steuer- und Regelsystem.

Zentral im neuen Bus ist das selbstlernende Energiemanagement, das auf einem GPS-Navigationssystem basiert. Der Bordcomputer sammelt alle Informationen über die zu befahrende Strecke, darauf wird der Energiefluss angepasst. Die neue Traktionsbatterie erlaubt 100 Prozent regeneratives Bremsen. Der Energiebedarf sinkt um 15 Prozent – nicht zuletzt deshalb, weil der Bus eine Tonne leichter ist als ein herkömmlicher Trolleybus.

Entwickelt wurde der neue Elektrobus von der Carrosserie Hess AG in Zusammenarbeit mit den VBZ, der ETH Zürich und der Berner Fachhochschule. Das Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt das Vorhaben. Das Projekt ist laut BFE ein wichtiger Schritt in Richtung eines nachhaltigen Energiesystems.

In den kommenden Wochen wird der spezielle Trolleybus erstmals in der Schweiz getestet. Zunächst ohne Fahrgäste wird er auf einer Linie in Zürich unterwegs sein. Nach erfolgreicher Testphase ist dann ab März der Einsatz mit Passagieren geplant. Auch andere Städte sind am «Swiss Trolley plus» interessiert. Bern und Biel haben bereits Fahrzeuge bestellt. In Vevey und Montreux läuft derzeit die Ausschreibung. Und auch Winterthur hat sein Interesse angemeldet.

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