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Um die Torfverwendung in der Schweiz zu reduzieren, haben Vertreter des Detailhandels, des Gartenbaus und der Erden-Produzenten eine Absichtserklärung unterschrieben. Dies ist der erste Schritt zur Umsetzung des Torfausstiegkonzepts des Bundesrats.

In der Schweiz wurde noch bis in die 1970er-Jahre mit Torf, der stinkenden Kohle der armen Leute, geheizt. Und bis zur Annahme der Rothenturm-Initiative vor genau 30 Jahren gehörte der Torfabbau zur Tagesordnung. Zwar machen Moore bloss 0,5 Prozent der Landesfläche aus, beherbergen aber rund ein Viertel der bedrohten Pflanzenarten der Schweiz. Der Abbau von Torf verursacht Umweltschäden bezüglich Klima und Biodiversität.

Seit der Annahme der Rothenthurm-Initiative 1987 sind Moore und Moorlandschaften von gesamtschweizerischer Bedeutung durch die Bundesverfassung geschützt. Torf aber ist ein wertvoller Rohstoff und ist nach wie vor gefragt, weshalb jährlich geschätzt bis zu 524 000 m3 importiert werden. Um auch im Ausland Umweltschäden zu vermindern, hatte der Bundesrat 2012 das Torfausstiegskonzept verabschiedet. Darin ist vorgesehen, dass in einer ersten Phase die Branchen mit freiwilligen Massnahmen aktiv werden.

Nun setzt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) gemeinsam mit den relevanten Akteuren eine etappenweise Reduktion des Torfverbrauches um. Vertreterinnen und Vertreter des Detailhandels, des gärtnerischen Fachhandels und der Produzenten von Erden haben im Sommer 2017 zusammen mit dem BAFU eine Absichtserklärung unterschrieben. Ziel ist, bis 2020 die Torfverwendung auf freiwilliger Basis auf maximal 5 Prozent Torfanteil bei Sackerden für den Endverbraucher zu reduzieren. Der Torf wird durch bereits vorhandene und erprobte Ersatzstoffe abgelöst. Diese ermöglichen Konsumentinnen und Konsumenten einen problemlosen Übergang zur Anwendung von torffreien Sackerden. Von den untersuchten Substratkomponenten zeichnen sich insbesondere Landerde, Rindenkompost, Maisfasern, Holzfasern und Holzhäcksel sowohl durch geringe Umweltauswirkungen als auch durch eine positive Beurteilung der sozialen Aspekte und der zukünftigen Verfügbarkeit aus.

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