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Die einen freuen sich, die andern ärgern sich. Kaum jemanden lässt die Beleuchtung kalt, die in den dunklen Tagen stärker ins Bewusstsein dringt als sonst. Dabei erhitzen sich die Gemüter über Dauer, Energieverbrauch und Lichtverschmutzung.

Häuser mit Lichtkonturen, Tannenbäume mit Lichterketten, leuchtende Bambi-Figuren und Samichläuse, die Fassaden hochklettern. Über Geschmack lässt sich zwar streiten, wer aber zurzeit unterwegs ist, kann sich deisem Anblick nur schwer entziehen. Und es beginnt immer früher und dauert immer länger. Zwecks Aufwertung der Weihnachtsstadt am tristen Tage wollen einige Basler die Lichter in Zukunft bereits um 14 Uhr nachmittags und nicht mehr erst bei Einbruch der Dämmerung einschalten. Nicht nur in der Schweiz hängen die Ersten bereits Mitte November ihren Lichtschmuck auf und lassen ihn bis weit in den Januar brennen. Dabei ist der rechtliche Rahmen für Weihnachtsbeleuchtungen durch ein Bundesgerichtsurteil von 2013 abgesteckt. Es  besagt, dass eine besonders helle und grossflächige Beleuchtung gegen umweltrechtliche Prinzipien verstosse, weshalb bei Weihnachtsdekorationen eine zeitliche Beschränkung angeordnet werden könne. Es sei tragbar, die Festtagsbeleuchtung in der Weihnachtszeit um
1 Uhr auszumachen. Die Weihnachtszeit definiert es vom 1. Advent bis zum 6. Januar. Eine Aussage machte es auch zur Frage der Baubewilligungspflicht von Adventsbeleuchtungen: Selbst aussergewöhnlich grosse und helle Beleuchtungen benötigten keine Bewilligung.

LED-Lampen und neue Webseite zur Lichtverschmutzung

Die zeitliche Beschränkung von Festbeleuchtungen ist das eine, der zu optimierende Energieverbrauch das andere. Der Marktanteil der stromsparenden und langlebigen LED-Leuchtmittel lag 2014 erst bei bescheidenen 11 Prozent, wie eine im Auftrag des Bundesamts für Energie erstmals durchgeführte Analyse des Lichtmarktes Schweiz zeigt. Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist die sogenannte Lichtverschmutzung. Seit einiger Zeit schon können Smartphone-Nutzer mithilfe einer speziellen App die Lichtverschmutzung an ihrem jeweiligen Standort bestimmen und die so gewonnenen Daten zur Auswertung an ein Team von Wissenschaftlern senden. Jetzt gewährt auch eine neue Webseite Zugang zu diesen Messungen, sodass sich jeder selbst ein Bild der Lichtverschmutzung machen kann. Die App kann in 15 Sprachen kostenlos für iOS und Android Geräte heruntergeladen werden.

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