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Plastiksäcke sind nahezu überall in der Welt zum Umweltproblem geworden. Das EU-Parlament will die kostenlose Abgabe von Plastiksäckli verbieten. Schon 2012 hat sich das Schweizer Parlament für ein Verbot ausgesprochen. Unklar bleibt die Umsetzung.

Plastikabfall wird zum Umwelt-Fall, wie in der Bucht der philippinischen Hauptstadt Manila (Bild rechts). Der Kunststoff wird im Wasser in kleine Teilchen zerrieben. Sie transportieren Schadstoffe in die Nahrungskette der Fische. So landen die Plastiktüten letztlich wieder auf dem Teller.
Nach der Entscheidung des EU-Parlaments für eine novellierte Verpackungsrichtlinie müssen die Mitgliedstaaten ab Oktober 2016 den jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch mit konkreten Massnahmen auf 90 Plastiksäcke bis Ende 2019 und auf 40 bis Ende 2025 reduzieren. Wie sie das erreichen, bleibt ihnen überlassen. Aktuell liegt der Verbrauch in den Mitgliedsstaaten im Schnitt bei 198 Säcken. Das entspricht EU-weit 100 Mrd. Taschen, von denen 8 Mrd. nicht ordentlich entsorgt werden. In Deutschland liegt der jährliche Durchschnittsverbrauch mit 76 Plastiktaschen deutlich unter dem EU-Schnitt.

Umsetzung in der Schweiz

Das Parlament in Bern hatte schon 2012 eine Motion angenommen, die ein Verbot der Abgabe von Plastiksäcken verlangte. Das Bundesamt für Umwelt erarbeitet zurzeit einen Entwurf zur Umsetzung der Motion. Betroffene Akteure werden dazu noch angehört. Mit einer Inkraftsetzung rechnet das Bundesamt erst Anfang 2016.
Die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz hielt im November 2014 in einem Positionspapier fest, sie sei gegen ein totales Verbot von Plastiksäckli in den Läden. Sie würde aber ein Verbot der Gratis-Abgabe befürworten.
Einige Detailhändler führten schon freiwillig eine Gebühr ein. So auch die Migros Genossenschaft im Kanton Waadt. Sie schaffte die Plastiksäckli schon 2013 ab. In den dortigen Migros-Filialen gibt es nur noch biologisch abbaubare Säckli für fünf Rappen. Die Menge der abgegebenen Säckli sank nach der Einführung um 94%.

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