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Was früher ideal für die Verbreitung von Radiosendungen über Mittelwelle war, erweist sich nun als Vorteil für die Luftmessung. Von der Station Beromünster aus wird die Luftbelastung im ländlichen Mittelland gemessen. Möglich sind auch Feinstaubmessungen und Messungen verschiedener Stickstoffverbindungen.

Ein Kilo feste Nahrung, drei bis vier Liter Flüssigkeit und 10 000 bis 15 000 Liter Luft – mit diesen Grundnahrungsmitteln lässt sich einigermassen überleben. Ja, Luft ist ein wichtiges Lebensmittel, lässt sich im Gegensatz zu fester und flüssiger Nahrung nicht aus deklarierter Produktion ordern. Luft ist einfach da, gratis verfügbar. Die Frage ist nur, wie es um die Luftqualität bestellt ist. Wie und wo misst man sie zuverlässig?

Der ehemalige Landessender Beromünster ist dank seiner Höhe und seinem exponierten Standort ideal für die Luftmessung. Die neue NABEL-Station – NABEL (Nationales Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe) – beim ehemaligen Landessender Beromünster liegt auf dem Blosenberg 800 Meter über Meer. Beromünster ersetzt den bisherigen Standort Lägeren (AG). Im Gegensatz zum Waldstandort Lägeren sind in Beromünster Feinstaubmessungen und Messungen verschiedener Stickstoffverbindungen, wie z.B. Ammoniak oder Nitrat, möglich. Weil die Station auf einer nicht bewaldeten Kuppe und weit weg von Schadstoffquellen liege, könne die Station diverse Quellen aus allen Richtungen messen, schreibt das BAFU.

Überwachung und Forschung ergänzen sich

Beim Sendeturm Beromünster sind auch Einrichtungen der Universität Bern und der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (Empa) für Forschungsprojekte im Bereich Luftschadstoffe und Klimagase untergebracht. Die am Turm installierten Ansaugleitungen mit fünf unterschiedlichen Messhöhen zwischen zwölf Metern und 212 Metern ab Boden bieten einzigartige Möglichkeiten, insbesondere für Messungen der Treibhausgase. Die Kombination von kontinuierlichen Messungen auf unterschiedlichen Höhen mit der Modellierung des Transports der Luftmassen erlaubt es der Forschung, die Menge und Herkunft von Treibhausgasen zu bestimmen.

Möglich in Beromünster sind auch Feinstaubmessungen und Messungen verschiedener Stickstoffverbindungen.

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