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Energie als Strom, Gas oder Wärme? Die Lösung ist nicht «Entweder-Oder», sondern «Sowohl-als-auch». Erstmals in der Schweiz ist Wasserstoff aus erneuerbarem Strom ins Gasnetz eingespeist worden. Möglich machts ein Hybridwerk.

Die Schweiz wird im Rahmen des EU-Forschungsprogrammes «Horizon 2020» neben Deutschland (Falkenhagen) und Italien (Puglia) in den kommenden Jahren zu einem wichtigen Forschungsstandort im Bereich Energiespeicherung. Im Hybridwerk Aarmatt bei Solothurn werden seit April 2016 durch den Einsatz von Wasserstoff mit Strom, Gas und Fernwärme betriebene Energienetze miteinander verbunden. Die Absicht: Das Hybridwerk soll auf das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage in der Gas-, Strom- und Fernwärmeversorgung reagieren, indem es die jeweils benötigte Energieform bereitstellt.

Das geschieht unter anderem über das Power-to-Gas-Verfahren. Durch zwei Elektrolyseure kann mittels Strom synthetischer Wasserstoff hergestellt werden, der in Röhrenspeichern gelagert und später in kleinem Anteil dem Hauptbestandteil Methan im Erdgasnetz beigefügt wird. Auf diese Weise lässt sich die bei einem Überschuss an Netzstrom vorhandene Energie in chemischer Form speichern – und gegebenenfalls bei einer Unterversorgung in Strom und Wärme rückwandeln. Als Projektpartner mit an Bord sind die Technologiefirma Electrochaea, die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt EMPA, die ETH Lausanne, die Hochschule für Technik Rapperswil sowie der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches.

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