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Jetzt wird es bunt: Solarmodule müssen nicht mehr schwarz sein. Die Entwicklung der weltweit ersten nicht-schwarzen Solarpanels verkündet das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik (CSEM) in Neuenburg. Die innovative Technologie ist für den Bausektor besonders attraktiv.

Die weltweit ersten nicht-schwarzen Solarmodule, präsentiert von Prof. Dr. Christophe Ballif, Vize-Präsident und Dr. Laure-Emmanuelle Perret-Aebi, Sektionsleiterin beim CSEM (Bild rechts), können in jeder denkbaren Farbe hergestellt werden. Echte weisse Solarmodule hätten bisher nicht realisiert werden können - es galt der Konsens, dass die Farbe Weiss das Sonnenlicht zu stark reflektiert, um es effizient nutzen zu können. Die neue Technologie des CSEM könne nun Solarmodule in beliebiger Farbe und ohne sichtbare Zellen und Verbindungen realisieren.

Die weisse Farbe wird durch eine neue Solarzellentechnologie ermöglicht, die Infrarotstrahlung im Sonnenlicht in Elektrizität umwandelt. Der Trick dabei ist ein Streufilter, der das gesamte sichtbare Lichtspektrum streut und so die weisse Farbe generiert, infrarotes Licht aber überträgt.

Dächer kühlen

Bisher war der Grossteil der Photovoltaik-Module auf eine maximale Aufnahme von Sonnenlicht optimiert und deshalb blau-schwarz, teilte das CSEM mit. Zudem blieben einzelne Komponenten wie Zellen und Verbindungen sichtbar, was die Module visuell unästhetisch mache und ihrer breiten Akzeptanz im Gebäudebau im Wege stehe. Die Module seien für den Bausektor besonders attraktiv, weil damit Solarmodule komplett in die Gebäudehülle integriert werden könnten. Auch die Konsumgüterindustrie dürfte Interesse zeigen.

Als weiteren Vorteil nennt das CSEM, dass weisse Solarzellen weniger Wärme produzieren als dunkle und bei 20 bis 30 Grad tieferen Temperaturen arbeiten. Ihr Einsatz werde helfen, Energie zu sparen, da die weisse Oberfläche das Gebäude kühle und somit weniger Strom für Klimaanlagen benötigt werde.

Die Entwicklung wurde vom «Fonds SIG pour les énergies renouvelables» der Services Industriels de Genève (SIG) unterstützt, der die Forschung und den Bau von Prototypen mit energiesparenden oder auf erneuerbare Energien setzende Technologien finanziert.

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