Wie entwickeln sich die Strompreise?

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Der Strompreis setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Energie, Stromnetz und Steuern/Abgaben. Stiegen die Kosten jahrelang nur in einem Bereich, zeichnet sich aktuell eine Verteuerung bei allen drei Komponenten ab. Das von Krisen geprägte Weltgeschehen, der Umbau der Energieversorgung sowie staatliche Vorgaben führen zu höheren Kosten.

Das Weltgeschehen und der Strompreis

Beim Strompreis zeigt sich deutlich, dass die Schweiz keine Insel ist, sondern stark von weltweiten Entwicklungen – vor allem in Europa – beeinflusst wird. Schon rein physikalisch hängt das Stromnetz europaweit zusammen. Nur wenn die einzelnen Länder eng kooperieren, kann die Versorgungssicherheit für alle aufrechterhalten werden.

Rückblick: Das Jahr 2022 war aus Sicht der Energiewirtschaft das bisher teuerste Jahr überhaupt. Dem kalten Winter 2021/2022 folgte ein extrem trockener Sommer, der die Energie auf den Märkten klimabedingt bereits verknappte. Hinzu kam der Überfall Russlands auf die Ukraine; gefolgt vom Lieferstopp für russisches Gas. Zudem fielen in Frankreich zeitweise mehr als die Hälfte der Atomkraftwerke aus.

Ausblick: Der Krieg in der Ukraine dauert an. Die europäischen Regierungen wollen die erneuerbaren Energien massiv ausbauen und den CO2-Ausstoss deutlich verringern. Infolge werden fossile Energieträger (Gas, Öl, Benzin), wie sie bei Heizanlagen oder im Strassenverkehr zum Einsatz kommen, auf Strom (Wärmepumpe, E-Mobilität) umgestellt werden. Die Nachfrage nach Strom wird also europaweit stark steigen. Dieser Trend gilt auch für die Schweiz.

Mehr zum Stromeinkauf

EKS Strompreise 2024

Die Strompreise für die Schweiz sind jetzt auf
www.eks.ch veröffentlicht. Die Strom-
preise für Deutschland folgen Mitte November.

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Hier finden Sie weitere Informationen: 
eks.ch/strompreise

Zusammensetzung Strompreis

Deutschland
Mittelwert: 47 Ct./kWh
Quelle: BDEW Deutschland 2023

Schweiz
Median: 27 Rp./kWh
Quelle: ElCom Schweiz 2023

Veränderungen bei Steuern und Abgaben in der Schweiz

Lagen die Kosten für die Systemdienstleistungen (SDL) im Jahr 2022 noch bei 0,16 Rp./kWh, werden sie 2024 auf 0,75 Rp./kWh steigen. Erhoben werden diese Kosten von der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid für das Aufrechterhalten der Versorgungssicherheit auf Hochspannungsebene.

Im vergangenen Jahr hat der Bund zahlreiche Massnahmen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit ergriffen. Dazu gehören unter anderem eine Wasserkraftreserve für den Winter, der Bau von Resevekraftwerken und die Bereitstellung von Notstromgruppen. Die damit verbundenen Kosten werden ab 2024 neu mit dem Aufschlag für die sogenannte «Winterstromreserve» (1,20 Rp./kWh) gedeckt. Zusätzlich steigt die Mehrwertsteuer von 7,7 auf 8,1 Prozent.

Veränderungen bei Steuern und Abgaben in Deutschland
Diese werden erst mit den Tarifen Mitte November veröffentlicht.

Stromnetz

Wenn die Nachfrage nach Strom steigt oder neue Produktionsanlagen zugebaut werden, muss auch das Stromnetz mitwachsen. Somit wirken sich der Ausbau von Ladestationen für die Elektromobilität oder der Zubau von Wärmepumpen direkt auf die Investitionen ins Stromnetz aus. Dasselbe gilt für die Angebotsseite: Je mehr Kraftwerke in Form von grossen Photovoltaik- oder Windanlagen zugebaut werden, desto mehr Leitungen, Trafostationen und Unterwerke müssen gebaut werden, um die zusätzliche Energie aufzunehmen und zu verteilen. Lieferverzögerungen und -engpässe verteuerten die erforderlichen Netzkomponenten zudem deutlich.

Hinzu kommt die fortschreitende Digitalisierung. Allein der gesetzlich vorgeschriebene Einbau von Smart Metern im Versorgungsgebiet der EKS kostet rund 10 Mio. CHF. Eine enge Begleitung des Zubaus der Energiestrategie ist wichtig. EKS gewährleistet mit diesen Massnahmen die Versorgungssicherheit.

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