Kommentare: 0

Bei der Nutzung von Windenergie gehören unter anderem Kollisionen von Vögeln mit Windenergieanlagen zu den Kritikpunkten. Nun hat die Schweizerische Vogelwarte Sempach im Auftrag des Bundesamts für Energie die international erste Studie erstellt, die sich dieser Problematik annimmt.

Um Zugvögel zu schützen und die Anzahl Kollisionsopfer an Windenergieanlagen (WEA) zu reduzieren, stand auch schon zur Diskussion, die Anlagen zu Zeiten intensiven Vogelzugs abzustellen. Dafür müsse aber der Zusammenhang zwischen der Intensität des Vogelzugs und der Anzahl kollisionsgefährdeter Vögel besser bekannt sein, schreibt das Bundesamt für Energie (BfE) in einer Mitteilung. Daher hat das BfE die Vogelwarte Sempach mit einer Studie beauftragt. Dazu wurde zwischen Ende Februar und Mitte November 2015 am Standort Le Peuchapatte in der Gemeinde Muriaux (JU) der Vogelzug per Radarmessung kontinuierlich erfasst und die Umgebung der dort stehenden WEA regelmässig nach Überresten von Vögeln abgesucht.

Pro Anlage errechneten Experten 976 theoretisch kollisionsgefährdete Vögel, von denen im Median 20,7 verunfallten. Selbst der errechnete Minimalwert von 14,3 Schlagopfern pro Windanlage jährlich liege noch deutlich höher als die zehn Vogelopfer, die im Zuge der Diskussion um Gegenmassnahmen wie das zeitweise Abstellen genannt würden, heisst es im Bericht weiter.

Betroffen waren vor allem nachtziehende Kleinvogelarten, darunter beispielsweise Goldhähnchen, die kleinste europäische Vogelart. Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den Kollisionen und einer hohen Zugintensität auf der Höhe der Windräder (in diesem Fall 150 Meter) scheine jedoch nicht zu bestehen, schlussfolgern die Experten. Vielmehr spielten wohl auch die witterungsbedingten Sichtverhältnisse eine Rolle. Der Zusammenhang sei komplexer als bisher angenommen.

Die Ergebnisse aus der untersuchten Region im Jura liessen sich auf topografisch ähnliche Gebiete übertragen, nicht jedoch auf alpine Standorte und solche im Mittelland, heisst es in der Mitteilung. Auch für andere, höhere Windenergieanlagen müsse es zusätzliche Studien geben, da sie weiter in den Flughöhenbereich der Zugvögel hineinragten.

Zurück