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Wenn im Frühling Paarungszeit ist, lässt sich der Feldhase auch tagsüber blicken. Ansonsten ist er nur noch selten zu sehen, zumal sein Lebens­raum bedroht ist. Auf den Wiesen und Buntbrachen im Klettgau hat er jedoch einen Platz zum Leben gefunden.

Der Feldhase, auch Lepus europaeus genannt, ist der klassische Osterhase. Während er die meiste Zeit des Jahres unauffällig auf Wiesen und Feldern lebt und sich nur in der Dämmerung und nachts blicken lässt, ist er im Frühjahr auch tagaktiv. Denn dann ist Paarungszeit. Begleitet von Sprüngen und Boxkämpfen buhlen die Männchen um die Weibchen.

Auf der Roten Liste

Nahe Schaffhausen, im Gebiet Widen im Klettgau, gibt es eine der grössten Populationen von Feldhasen des gesamten Mittellands. Rund zwölf Hasen leben hier pro Hektar, in vielen anderen Gegenden sind es nur zwei bis vier. «Seit Jahren nimmt die Zahl der Feldhasen in der Schweiz ab», erläutert Helen Homberger, Leiterin der Vogel- und Wildtierpflege Schaffhausen. Der grösste Feind: Die intensive Landwirtschaft mit Monokulturen und grossen Freiflächen, auf denen sich die Tiere nicht verstecken können. Mittlerweile ist der Feldhase so selten geworden, dass er als gefährdete Art auf der Roten Liste steht.

«Feldhasen leben auf Wiesen und brachliegenden Äckern und ziehen dort in kleinen Mulden ihren Nachwuchs auf», erklärt Homberger. «Wird die Wiese zu früh gemäht, besteht nicht nur die Gefahr, dass die jungen Häschen vom Traktor erfasst werden, auch der Fuchs findet sie so ganz leicht.» Im Gebiet Widen zwischen Gächlingen, Löhningen und Neunkirch hat man daher bewusst sogenannte Ausgleichsflächen geschaffen – also grössere Buntbrachen und Heckenstrukturen mit einer Vielzahl an Wildblumen. Mit Erfolg.

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Lebensraum für viele Tiere

Und nicht nur die Feldhasen fühlen sich hier wohl, auch andere Tiere, wie zum Beispiel die Feldlerche, profitieren davon. Ähnlich den Hasen brütet sie am Boden und braucht Brachen und Magerwiesen für ihren gefiederten Nachwuchs. Goldammern oder Wachteln wissen dies ebenfalls zu schätzen. Genauso wie zahllose Insekten. «Auch für uns Menschen ist das gut», sagt Homberger. «Diese biologische Vielfalt steht für einen gesunden Lebensraum, und wir brauchen zum Beispiel die Insekten zum Bestäuben unserer Nutzpflanzen.»

(idw)

Hilfe für Tiere

Die Vogel- und Wildtierpflege Schaffhausen versorgt verletzte und verwaiste Wildtiere und Vögel. Sei es eine Goldammer mit einem gebrochenen Flügel, der fixiert werden muss, oder ein Neuntöter, der von einer Katze verletzt wurde. Betreut von der Tierärztin und den Vereinsmitgliedern werden die Tiere gepflegt, bis sie wieder in die Freiheit entlassen werden können. EKS unterstützt die Arbeit des Vereins.

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