Das funkelnde Licht der Glühwürmchen verwandelt laue Sommernächte in einen magischen Ort. Damit die kleinen Insekten uns auch künftig mit ihrem Lichtspiel verzaubern, brauchen sie eine intakte Natur und möglichst wenig Lichtverschmutzung.

Juni ist seine Zeit. Tagsüber sitzt das kleine Glühwürmchen (Lamprohiza splendidula) unscheinbar auf ­Blättern oder der Rinde von Bäumen. Nachts aber verwandelt es sich in einen strahlenden Leuchtpunkt. Dann breiten mit Einbruch der Dunkelheit die Männchen ihre Flügel aus und blinken mit ihrem Hinterleib hellgrünes Licht, während die Weibchen leuchtend auf Gräsern am Boden sitzen, damit er zu ihr findet. Gemeinsam lassen die zehn Milli­meter ­grossen Insekten so laue Sommernächte zu einem magischen Erlebnis werden.

Auf dem Waldfriedhof leuchtet es

Beliebter Ort für das zauberhafte Stelldichein ist der Schaffhauser Waldfriedhof. Hier lebt eine der grössten Schweizer Populationen der kleinen Glühwürmchen nördlich der Alpen. Ausser im Tessin ist diese Art sonst nur an wenigen Orten in der Schweiz anzutreffen. So zum Beispiel auch im Aargauer Jura oder in Bündner Südtälern. Weiter verbreitet sind zwei andere Leuchtkäferarten – nämlich das Grosse Glühwürmchen, bei denen nur das Weibchen leuchtet, und der Kurzflügelleuchtkäfer, der trotz seines Namens gar nicht leuchtet.

Tatsächlich beruht das Leuchten auf einer chemischen Reaktion, der sogenannten Biolumineszenz. Die Käfer geben dabei Energie frei, die sie in Form von Licht abstrahlen. Dabei sind sie höchst effizient: 98 Prozent der Energie ­werden in Licht verwandelt.

Zu viel Beleuchtung, zu wenig Natur

Wer Leuchtkäfer erleben möchte, muss nach Orten suchen, wo die Natur möglichst intakt ist. Struktur- und arten­reiche Landschaften und Gärten mit einem Wechsel aus ­Gebüsch und offenen Flächen sind für sie ideal. Nächtliche Beleuchtung mögen sie hingegen gar nicht. So ist auch der Mensch der grösste Feind der Leuchtkäfer. Durch Licht­verschmutzung und überbaute Natur löscht er ganze Populationen aus. Zwar werden die Glühwürmchen auch von Fröschen, Spinnen oder Vögeln gefressen, doch macht dies für den Fortbestand keinen Unterschied.

Wer Glühwürmchen, sowie viele andere Tiere, schützen möchte, sollte daher seinen Garten möglichst wenig ­beleuchten. Zudem ist Schneckengift ein Tabu. Leuchtkäferlarven, die je nach Art bis zu drei Jahre alt werden, ­er­nähren sich nämlich von Schnecken. Sind die Leuchtkäfer erwachsen, dauert ihr Leben gerade mal zwei bis vier ­Wochen. Kurz nach der Paarung und Eiablage sterben sie – und ihr nächtliches Funkeln erlischt bis zum nächsten Juni.

(idw)

Schutzmassnahmen

Bild: iStock / ruiruito

  • Glühwürmchen niemals einsammeln und anderswo aussetzen
  • Künstliche Beleuchtung im Garten reduzieren
  • Steine, Asthaufen und Laub liegen lassen, damit sich die Glühwürmchen verkriechen können
  • Schneckenzaun statt Schneckengift: Glühwurm-Larven fressen Schnecken
  • Nicht zu bodennah mähen: Glühwürmer und andere Insekten verstecken sich im Gras
  • Gras nicht düngen, damit die Wiese ihre biologische Vielfalt nicht verliert
  • Keine Herbizide verwenden

Glühwürmchen Projekt

Hallwylstrasse 29
8004 Zürich

info@gluehwuermchen.ch
www.gluehwuermchen.ch

Zurück